Penderinnen und Pendler steigen am Bahnhof Neuwied in die Regionalbahn-Linie RB27.  (Foto: SWR)

Ausfall soll kompensiert werden

Ersatz für RE8: Bahn verlängert RB28 bis Linz am Rhein

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Die Bahn verlängert die Regionalbahn-Linie 28 nach Linz am Rhein. Sie soll den Ausfall des RE8 in den kommenden fünf Wochen teilweise kompensieren.

Seit Montag fällt die Regionalexpress-Linie 8 zwischen Koblenz und Möchengladbach über die rechte Rheinseite komplett aus. Pendler können stattdessen die langsamere Regionalbahn-Linie 27 nutzen, die stündlich fährt. Die Bahn versucht den Ausfall des RE8 jetzt teilweise zu kompensieren und verlängert die Regionalbahn-Linie 28 über Neuwied hinaus nach Linz am Rhein, so der Zweckverband SPNV-Nord. Das soll ab kommender Woche passieren.

Außerdem setzt die Bahn Ersatzbusse zwischen Koblenz und Bad Honnef ein. Zu größeren Problemen kam es am Montag und Dienstag nach Informationen des SWR wegen des Ausfalls des RE8 nicht. Am Montagmorgen gab es allerdings eine Signalstörung und am Mittag eine längere Streckensperrung auf der rechten Rheinseite, die den Zugverkehr stark beeinträchtigt hat.

SPNV-Nord kritisiert die aktuelle Situation

Der Zweckverband SPNV-Nord, der dafür verantwortlich ist, welche Regionalzüge wann im nördlichen Rheinland-Pfalz fahren, zeigte sich dennoch unzufrieden mit der Gesamtsituation. "Unsere Proteste und Aktivitäten führen zu ersten sichtbaren Verbesserungen am ursprünglichen Radikalkonzept der DB Region NRW", sagt Achim Hallerbach (CDU), Landrat des Kreises Neuwied, der zugleich SPNV-Nord Verbandsvorsteher ist. Er wünsche sich aber eine weitere Verbesserung, wie größere Fahrzeuge.

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Die Deutsche Bahn hatte kurz vorher angekündigt, vereinzelt Busse einzusetzen, die fast alle Haltestellen zwischen Koblenz und Bad Honnef anfahren sollen. Auch ein Schülerverkehr zwischen Linz und Bonn-Beuel soll eingerichtet werden. Damit hat die Bahn auf die heftige Kritik nach der Ankündigung reagiert, den Regionalexpress für fünf Wochen wegen Personalmangels ausfallen zu lassen. Reisende werden gebeten, sich vor Fahrtantritt im Internet zu informieren.

Zuvor gab es Unstimmigkeiten über mögliche Ersatzbusse

Zuvor hatte es Unstimmigkeiten zwischen der Deutschen Bahn und dem Kreis Neuwied gegeben. Noch am Mittwoch hatte die Bahn auf SWR-Anfrage schriftlich mitgeteilt, zurzeit laufe ein Dialog mit dem Kreis Neuwied, wie der Busverkehr geregelt werden könnte.

Der Landrat des Kreises Neuwied, Achim Hallerbach (CDU), sagte dem SWR am Donnerstag aber, dass ihm keinerlei Gespräche bekannt seien. Auch mit ihm selbst habe bis jetzt niemand von der Deutschen Bahn Kontakt aufgenommen. Das hat sich offenbar jetzt geändert.

Das Unternehmen spricht von einer "bedarfsgerechten und intelligenten Buslösung für die Schüler", die normalerweise mit dem RE8 zur Schule gependelt wären.

Bürgermeister in Region Koblenz schreiben Wutbrief

Ende Juli hatte die Deutsche Bahn angekündigt, dass der Regionalexpress RE8 ab Mitte August wochenlang ausfallen wird. Als Grund nannte der Konzern Personalengpässe und einen hohen Krankenstand. Unter anderem würden viele Beschäftigte wegen Corona ausfallen. Der fünfwöchige Ausfall der Linie solle helfen, den Bahnverkehr insgesamt zuverlässiger zu machen.

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Landrat Achim Hallerbach (CDU) hatte die Bahn daraufhin in einem Brief aufgefordert, die Streichung zurückzunehmen. Der RE8 fährt einen großen Teil seiner Strecke auf der rechten Rheinseite durch den Kreis Neuwied. "Das ist Chaos mit Ansage", kritisiert Landrat Hallerbach. Das Vertrauen in das System der Bahn werde dadurch weiter erschüttert. Bürgermeister der anliegenden Kommunen Neuwied, Bad Hönningen, Linz und Unkel unterstützten Hallerbachs Forderung in einem eigenen Brief. Gerade für Schulkinder und deren Eltern sei der Ausfall ein großes Problem, ebenso für Pendler, so die Bürgermeister.

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Die Eisenbahnverkehrsgewerkschaft, EVG, sieht die Schuld für den Personalengpass bei der Deutschen Bahn im nördlichen Rheinland-Pfalz bei der Personalpolitik des Unternehmens in den vergangenen Jahren. Das sagte EVG-Landesvorstand Marcel Labonte dem SWR.

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sei im Unternehmen nur darauf geachtet worden, dass der Betrieb wirtschaftlich funktioniere. Es werde an der Schmerzgrenze gefahren. Das zeichne sich in Schichtplänen und der Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Irgendwann mache dann der Körper schlapp.

Menschen, die bei der Bahn arbeiten, würden sich regelmäßig einen anderen Job suchen. Zwar seien jetzt Stellen ausgeschrieben, was aber nur mittelfristig Entlastung bringen würde, so Labonte. Auch sei die Bezahlung von Lokführerinnen und Lokführern nicht hoch genug, den Beruf wirklich attraktiv zu machen.

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