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Zu Beginn des Prozesses um einen mutmaßlich absichtlich verursachten Lkw-Unfall in Limburg hat der Angeklagte eine Erklärung angekündigt. Die wird er nach Angaben seines Anwalts aber erst am zweiten Verhandlungstag abgeben.

Wie der Anwalt vor dem Landgericht mitteilte, wird sein Mandant mit der Erklärung warten, bis der psychiatrische Sachverständige bei dem Prozess anwesend ist. Der Gutachter war beim ersten Verhandlungstag nicht dabei. Am 25. September geht der Prozess weiter.

Dem 33-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, im Oktober vergangenen Jahres mit einem Lkw an einer Kreuzung absichtlich in wartende Autos gefahren zu sein. Vor dem Unfall soll er sich den Lastwagen beschafft haben, indem er den Fahrer gewaltsam aus dem Führerhaus zog.

Laut Anklage setzte sich der Beschuldigte dann selbst hinter das Steuer des Lkw und fuhr etwa 330 Metern weit, bevor er mit einer Geschwindigkeit von 44 km/h ungebremst auf zehn Autos prallte, die vor ihm an einer Ampel warteten. Die stehenden Fahrzeuge wurden durch den Aufprall ineinander geschoben. Nach Auffassung der Frankfurter Staatsanwaltschaft kollidierte der Mann absichtlich mit den Autos.

Lkw fährt an Ampel in Limburg in wartende Autos (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Thorsten Wagner/dpa)
Der Angeklagte soll mit diesem Lkw an einer Kreuzung in Limburg in zehn wartende Autos gefahren sein. Bei dem Unfall wurden 18 Menschen verletzt. picture alliance/Thorsten Wagner/dpa

18 Menschen bei Attacke verletzt

Der 33-Jährige muss sich jetzt unter anderem wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Limburg verantworten. Zu dem Vorfall war es direkt vor dem Gerichtsgebäude gekommen - abends am 7. Oktober 2019. 18 Menschen wurden bei der Attacke verletzt. Sie erlitten unter anderem Prellungen, Zerrungen oder Schleudertraumata.

Der Angeklagte soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft "billigend in Kauf genommen haben, dass durch die Kollision Menschen in den Fahrzeugen, die mit einem Angriff nicht rechneten, getötet werden". Das Motiv ist bis jetzt unklar. Während der Ermittlungen hatte er sich nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Ist der mutmaßliche Täter voll schuldfähig?

Der Mann wurde noch am Tatort festgenommen und kam später in Untersuchungshaft. In dem Prozess wird es auch um die Frage nach dem Zustand des Angeklagten gehen. Der Syrer soll zur Tatzeit unter einem "erheblichen Einfluss" von Marihuana gestanden haben. Die Ermittler kamen nach Angaben eines Sprechers zu dem Schluss, dass eine Einschränkung der Schuldfähigkeit nicht ausgeschlossen werden kann. Das Urteil wird im Oktober erwartet.

Der Fall wird nicht im Gebäude des Landgerichts verhandelt, sondern coronabedingt in einem Zeltbau, in dem es angesichts der Abstandsregeln mehr Platz für Prozessbeteiligte und Zuschauer gibt.

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