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Der Prozess gegen einen mutmaßlichen syrischen Kriegsverbrecher am Oberlandesgericht Koblenz ist am Dienstag vertagt worden. Der Angeklagte soll mit dem abgetrennten Kopf eines Kriegsgegners posiert haben.

Die Richter entschieden, einen weiteren Gutachter zu bestellen. Dieser soll herausfinden, ob der Angeklagte drogensüchtig ist. Der Mann hatte zugegeben, im syrischen Bürgerkrieg mit einem abgetrennten Kopf für ein Foto posiert zu haben.

Zu Prozessbeginn am Dienstag kündigte der Angeklagte vor dem Oberlandesgericht (OLG) an, erst einmal schweigen zu wollen und zu dem Vorwurf zunächst nichts zu sagen. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz wirft dem 34-jährigen Flüchtling auf Basis des Völkerstrafgesetzbuchs ein Kriegsverbrechen vor.

Der Angeklagte soll sich laut Generalstaatsanwaltschaft Koblenz im Bürgerkrieg in seiner Heimat dem bewaffneten Widerstand gegen die Regierung angeschlossen haben. Dann soll er mit dem Kopf eines vermutlich gegnerischen Kämpfers "in einer den Getöteten verhöhnenden und in seiner Totenehre herabwürdigenden Weise für Fotoaufnahmen posiert haben". Ihm werde nicht vorgeworfen, den Kopf selbst abgetrennt zu haben.

Kopf angeblich unter Trümmern gefunden

Der Syrer hatte bereits zugegeben, auf dem fraglichen Handyfoto zu sehen zu sein. Er habe den Kopf unter Trümmern gefunden. Nach früheren Angaben des Koblenzer Generalstaatsanwalts Jürgen Brauer hatten Ermittler das Foto nach Hinweisen anderer syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge auf dem Handy des Angeklagten entdeckt.

Dieser lebte nach seiner Flucht aus Syrien in Saarbrücken. Inzwischen sitzt er laut OLG wegen allgemeiner Kriminalität bereits im Gefängnis. Für seinen Prozess vor dem 1. Strafsenat als Staatsschutzsenat sind vorerst fünf Verhandlungstage bis zum 17. Februar terminiert.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP
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