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Osteuropäische Pflegerinnen kümmern sich um Hunderttausende ältere Menschen in Deutschland. Zwar dürfen sie weiterhin ein- und ausreisen, allerdings gibt es dabei zunehmend Probleme.

Die Frauen aus Polen, Litauen oder anderen osteuropäischen Ländern arbeiten meist nur für ein paar Monate am Stück in Deutschland. Sie kehren dann wieder in ihre Heimat zurück und werden von anderen Frauen abgelöst. "Sie werden auf offiziellem Wege über Agenturen nach Deutschland vermittelt, wenn sie nicht schwarz arbeiten", sagt Markus Rönsch, Regionalleiter der Agentur Brinkmann in Koblenz.

Probleme beim Reisen

Das Reisen selbst ist für die Pflegerinnen momentan jedoch nicht einfach: Viele von ihnen kommen mit Fernbussen nach Deutschland und die fahren zurzeit nicht. Die Agenturen bringen die Frauen deshalb teilweise selbst in Kleinbussen ins Land. Dann müssen die Fahrer, sobald sie zum Beispiel wieder in Polen sind, erst mal 14 Tage in Quarantäne.

Die Pflegerinnen, die ins Land kommen, müssten das im Prinzip auch, aber sie sollen ja sofort alte Menschen versorgen. Die, die nach dem Beginn der Corona-Krise in Deutschland geblieben sind, stecken ebenfalls in der Zwickmühle. Einerseits wollen sie mal wieder ihre eigenen Familien in der Heimat sehen, andererseits droht ihnen dann auch die Quarantäne. "Deshalb verlängern einige jetzt ihren Aufenthalt in Deutschland", erklärt Markus Rönsch.

Alternative Pflegedienst

Trotzdem kann es sein, dass der ein oder andere plötzlich ohne Pflegekraft dasteht. Angehörige können sich in diesem Fall erst mal an lokale Pflegedienste wenden. Momentan gebe es noch Kapazitäten, sagt Andreas Kunz vom Pflegestützpunkt Koblenz. Die Pflegedienste kümmern sich allerdings nur tagsüber um die alten Menschen.

Auch Kurzzeitpflege im Seniorenheim möglich

Auch ein Seniorenheim kann eine Lösung sein. Die Anfragen nach Kurzzeitpflege werden mehr, bestätigen die Dernbacher Gruppe und die Marienhaus Gruppe aus der Region. Die alten Menschen müssen auf Corona negativ getestet sein und zur Sicherheit trotzdem erst mal zwei Wochen in Quarantäne. Die Heime haben ja dafür extra Stationen eingerichtet.

In manchen Fällen funktioniert allerdings auch das nicht. Wer zum Beispiel schwer dement ist, kann diese Isolierung gar nicht aushalten, ohne Menschen um ihn herum, die er kennt. In solch einem Fall sind die Heime nicht bereit, den Senior aufzunehmen.

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