Alte Ölheizfässer stehen im Ahrtal vor einem Haus (Foto: Imago, imago images/Bonnfilm)

Sechs Wochen nach der Hochwasserkatastrophe

Warum Ahrtal Bewohner jetzt schon ans Heizen denken sollten

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Die Flutkatastrophe im Ahrtal ist jetzt sechs Wochen her. Auch wenn viele Häuser noch lange nicht wieder bewohnbar sind, sollten sich die betroffenen Bewohner jetzt schon mit dem Thema Heizung beschäftigen.

Im oberen Ahrtal haben die Menschen vor der Flut laut Verbandsgemeinde Adenau hauptsächlich mit Öl oder Holz geheizt. Gerade in den besonders betroffenen Orten wie Dernau, Altenahr, Ahrbrück oder Schuld sind viele der Tanks zerstört oder weggeschwemmt worden.

Da der Herbst und damit auch die kälteren Temperaturen immer näher rücken, sieht die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz (ADD) und auch die Energieagentur Rheinland-Pfalz in der Wärmeversorgung eine hohe Priorität. Andernfalls könnten im Winter wegen fehlender Heizmöglichkeiten noch weniger Häuser bewohnt werden als jetzt schon, heißt es.

Betroffene sollen Bedarf nach einer Heizung schnell melden

Allerdings seien viele Fragen noch offen - beispielswiese wie hoch der Bedarf an Heizungen ist oder welche Heizungen überhaupt in Frage kommen. Da diese Punkte auch eine gewisse Zeit dauern könnten, bittet die Energieagentur darum, sich schnell zu melden und den Bedarf anzumelden.

Aus diesem Grund würden derzeit beispielsweise Studierende der Hochschule Trier im Ahrtal von Haus zu Haus gehen und bei den Betroffenen den Bedarf abfragen. Außerdem bietet die Energieagentur auch einen Fragebogen an.

Bestehende Heizungen sollen so schnell wie möglich überprüft und in Stand gesetzt werden. Wenn ein Haus keine Heizung mehr hat, plant die Energieagentur nach eigenen Angaben die Errichtung provisorischer, lokaler Wärmenetze. Mobile Ölheizungen könnten dann Wärme für bis zu 50 Haushalte produzieren.

Ölheizungen sollen eine provisorische Lösung sein

In Zukunft möchte die Energieagentur, da wo es im Ahrtal möglich ist, keine neuen Ölheizungen aufbauen, weil diese während der Flutkatastrophe zu Umweltschäden geführt haben. Das ist laut Energieagentur auch weiterhin das Ziel, weil nachhaltige Lösungen aber auf die Schnelle nicht zu bekommen seien, müssten Ölheizungen provisorisch für den kommenden Winter eingesetzt werden.

Wenn es um langfristige Lösungen ginge, wolle man aber die Nutzung Erneuerbarer Energien fördern, wie zum Beispiel Wärmepumpen und Holzpellets.

Nutzung von Strom könnte zu Netzüberlastungen führen

Von Elektroheizungen als Übergangslösung raten die Energieagentur, die ADD und der Netzbetreiber Westnetz ab. Denn zu viele Heizungen könnten das Stromnetz im Ahrtal überlasten und zu Stromausfällen führen. Deswegen sollten vorrangig andere Lösungen gefunden werden.

Falls sich aber doch herausstellen sollte, dass eine Elektroheizung für das eigene Haus die beste Lösung ist, dann sollen sich die Hausbesitzer mit der Energieagentur Rheinland-Pfalz absprechen. Nur dann könne der Netzbetreiber dafür sorgen, dass genug Kapazität vorhanden ist.

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