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Es gibt kaum eine Zeit, die härter ist für Obdachlose als diese frostigen Wintertage und -nächte. Obdachlosen-Unterkünfte sind wegen der Corona-Auflagen schneller voll als sonst. Die Stadt Koblenz löst das Problem mit Hotels.

Normalerweise hat die Stadt knapp 60 Unterkünfte für Obdachlose, auf verschiedene Standorte verteilt. Doch in Coronazeiten wurden aus den Mehrbettzimmern Einzelzimmer. Entsprechend finden Obdachlose in den städtischen Unterkünften weniger Schlafplätze.

Schutz vor Kälte in der Nacht

Um diesen Engpass aufzufangen, hat die Stadt Koblenz bei Hotels angefragt, ob sie ihre Gästezimmer Obdachlosen zur Verfügung stellen. Mit zwei Hotels hat die Verwaltung nun eine Abmachung getroffen. Seit zwei Nächten stehen hier Hotelzimmer zur Verfügung.

Bislang keine große Nachfrage

Auf SWR-Anfrage heißt es bei der Stadt, in beiden Nächten habe es jeweils drei Wohnungslose gegeben, die das Angebot einer warmen Hotelunterkunft angenommen haben. Die Kosten dafür übernehmen, wie schon bei den anderen Unterkünften auch, das Sozialamt, Jobcenter beziehungsweise das Ordnungsamt.

"Wir können die ja nicht erfrieren lassen. Das geht doch nicht!“

Es ist derzeit eine prekäre Situation für Obdachlose

Viele Hilfsangebote sind angesichts der Corona-Pandemie entweder nur eingeschränkt oder finden sogar gar nicht statt. Aufenthaltsräume, wo sich Wohnungslose aufwärmen können, sind rar. Auch warme Mahlzeiten, wie sie die Einrichtung "Mampf" beispielsweise anbietet, dürfen nicht mehr drinnen verzehrt werden. Sie werden ausschließlich zur Mitnahme angeboten.

Ulmer Nester - bald auch in Koblenz?

Die Stadt Koblenz prüft inzwischen, ob sie im Winter künftig sogenannte "Ulmer Nester" aufstellen wird. Dabei handelt es sich um spezielle Schlafkapseln für Obdachlose. Einen entspreche nden Antrag hatten mehrere Ratsfraktionen in der vergangenen Stadtratsitzung gestellt. Solche Schlafkapseln wären für Koblenz neu.

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