SWR-Film am 21. Juli: Mit Vollgas aus der Krise

"Made in Südwest": So will der Nürburgring nach Corona durchstarten

STAND

Der Nürburgring ist der Wirtschaftsmotor für die Eifel: Unternehmen, Hotels und Einzelhandel leben von der Rennstrecke. Ein SWR-Film zeigt, wie sie nach Corona wieder loslegen wollen.

Der Nürburgring ist nicht nur ein Anziehungspunkt für Motorsportfans, sondern auch ein wichtiger Arbeitgeber für die Region: Allein an und um die weltbekannte Rennstrecke arbeiten rund 200 festangestellte Mitarbeiter. Dazu kommen noch einmal mehr als 1000 Aushilfen.

Sie alle wollen jetzt wieder Gas geben: Denn seit Beginn der Corona-Pandemie fielen hunderte Firmenveranstaltungen, Messen und Konzerte - wie etwa das Festival "Rock am Ring" am Nürburgring aus.

Nürburgring ist fast ganz ausgebucht

Nur Motorsport ist seit dem Frühjahr wieder möglich. Rennveranstaltungen wie das 24-Stunden-Rennen, Touristenfahren und Fahrtrainings helfen dem Nürburgring durch die Krise zu kommen, sagt Geschäftsführer Mirco Markfort.

Video-Ton Markfort

Auch die regelmäßige Vermietung der Nordschleife mit ihren scharfen Kurven, den starken Gefällen und den wechselnden Fahrbahn-Belägen als Teststrecke ist für den Nürburgring nach wie vor ein gutes Geschäft.

Teststrecke für nationale und internationale Autoproduzenten

Viele Hersteller aus der Automobilbranche haben zudem eigene Testzentren rund um den Nürburgring gebaut. An den Tests der nationalen und internationalen Autohersteller, Reifenproduzenten und Anbieter von Autoteilen verdienen auch viele Firmen in der Region mit.

Uwe Kleen entwickelt zum Beispiel mit seinem Familienunternehmen Ring Racing in Boxberg, einem Dorf am Nürburgring, unter anderem Rennwagen für den Autokonzern Toyota. Er sagt: "Die Autohersteller und aber auch die Teilehersteller, die Reifenentwicklung, die Fahrwerksentwicklung finden alle hier oben statt. Das heißt, jedes Auto, dass Du im Straßenverkehr bewegst, ist mindestens ein halbes Jahr vorher am Nürburgring gefahren."

Video Drohne

Im Gewerbegebiet in der Nähe der Rennstrecke arbeiten mehr als 400 Menschen. Immer mehr Rennställe, Auto- und Reifenhersteller und Tuning-Betriebe wollen den Ring als Teststrecke nutzen. Darum soll das Gewerbegebiet auch erweitert werden.

Der Nürburgring ist der Wirtschaftsmotor für die ganze Region

Das Unternehmen Manthey-Racing ist mit rund 200 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber am Ort. Die Firma baut für Sportwagen der Marke Porsche um. Sie entwickelt Autos für den Rennsport und wartet die Fahrzeuge von Kunden, die regelmäßig über den Nürburgring kurven. Die Firma ist vergleichsweise gut durch die Krise gekommen, sagt Nicki Raeder, der Geschäftsführer von Manthey Racing.

"Es ist mehr Geld da. Dadurch, dass die Leute nicht in den Urlaub fahren können, leben sie das hier mehr aus."

In der Werkstatt können Besitzer ihren Porsche vor und nach der Fahrt auf dem Nürburgring technisch überholen, tunen  oder nach Unfällen schnell reparieren lassen. Die Fahrzeuge testet Manthey Racing gleich nebenan auf dem Ring. Denn eine Fahrt über den Nürburgring sei in Übersee ein gutes Verkaufsargument, sagt Nicki Raeder.

Ferien und gutes Wetter sollen viele Touristen bringen

Von den Motorsportveranstaltungen profitieren die Hotels und Campingplätze, die Einzelhändler und Caterer rund um den Nürburgring momentan noch vergleichsweise wenig. Zum Vergleich: Im Rahmen eines Modellprojekts waren in diesem Jahr beim 24-Stunden-Rennen nur bis zu 11.600 Zuschauer an jedem der vier Renntage erlaubt.

Das hatte die Kreisverwaltung Ahrweiler im Einvernehmen mit dem Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz beschlossen. Vor Corona kamen insgesamt 200.000 Zuschauer. Die Hotels und Gaststätten hoffen jetzt auf einen starken Sommer.

Die Gottlieb-Daimler-Straße in Meuspath

Das Eifeldorf liegt direkt am Nürburgring. Im Gewerbegebiet oberhalb von Meuspath liegt die Gottlieb-Daimler-Straße. Das klingt nach Benzin und Unternehmergeist, und das völlig zu Recht.  mehr...

Landesschau Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

STAND
AUTOR/IN
SWR