Am Morgen nach der Flutkatastrophe blickt ein Mann zu seinem Elternhaus auf der anderen Flussseite hinüber. Die Ahr führt noch immer viel Wasser und die Brücke rüber zur anderen Ahrseite ist zerstört. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Boris Roessler)

Psychologische Hilfe dringend notwendig

Seelsorge-Hotline für Flutopfer im Ahrtal

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Schon Außenstehenden fehlen angesichts der Flutkatastrophe im Ahrtal die Worte. Wie mag es erst den Menschen gehen, die unmittelbar betroffen sind, die Angehörige und ihr Zuhause verloren haben?

Wenn der erste Schlamm weg ist, kommen die Erinnerungen hoch. Im Ahrtal haben viele Menschen großes Leid erlebt. Um das zu verarbeiten, wird jetzt die Arbeit der Seelsorger immer wichtiger.

Kostenlose Hotline 0800 - 729 5 729

So wie die von Anna Mainzer und Markus Schmitt. Deren eigentlicher Arbeitsplatz, die Dr. von Ehrenwall‘sche Klinik, ist ebenfalls von der Flutwelle zerstört worden. Die Klinik liegt direkt am Fluss. Das Wasser hat auch in ihren Räumlichkeiten eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Und dennoch ist die Arbeit der Psychologen nun umso wichtiger.

Viele Menschen im Ahrtal sind traumatisiert

Jetzt beginne die Aufarbeitung, so die Psychologin und der Psychologe. Sie betreuen die Menschen, die Ffurchtbares erlebt haben, als die Flut durch den Kreis Ahrweiler strömte. Sie helfen, wenn Menschen an ihren Erinnerungen verzweifeln. Mit ihrem Team sind sie unterwegs und sprechen mit denen, die Leichen gefunden oder Angehörige verloren haben.

Mit der Hotline wollen die Psychologen erste psychologische Hilfe leisten. Markus Schmitt leitet die traumatherapeutische Abteilung der Klinik. Er sagt, dass jetzt, einige Tage nach der Flut, die ersten posttraumatischen Belastungsreaktionen bei den Betroffenen zu sehen sind.

Schreckhaftigkeit, eine starke innere Anspannung, Schlafstörungen und das Wiedererleben der Ereignisse sind nur einige von möglichen Symptomen. Wer so etwas bei sich oder anderen beobachtet, der kann die kostenlose Hotline 0800 - 729 5 729 anrufen. Hier können sich Betroffene unter der Woche von 8 bis 17 Uhr beraten lassen. 

Hilfe auch für Helfer

Das kostenlose Gesprächsangebot gilt auch für diejenigen, die den Flutopfern vor Ort helfen. Auch sie müssten mit unzähligem Leid und mit vielen Bildern im Kopf lernen, klar zu kommen, so der Trauma-Experte.

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