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Der Rhein bei Koblenz steht so hoch wie seit Jahren nicht mehr im Sommer. Das macht sich auch auf der Insel Niederwerth bemerkbar. Hier fällt das Sonnenbaden am Strand aus - wegen des Hochwassers.

4,22 Meter - so hoch stand der Rhein am Montag bei Koblenz. Ein ungewöhnlich hoher Pegel im Juli, wie eine Auswertung der Daten vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein zeigt.

Der Durchschnittswert liegt normalerweise um diese Jahreszeit etwa bei der Hälfte. In den vergangenen zehn Jahren reichte nur das Jahr 2016 an den aktuellen Wert heran: Damals stand der Rhein Anfang Juli kurzzeitig bei 3,90 Meter.

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Willkommene Ruhe auf der Insel Niederwerth

Für die Bewohner der Insel Niederwerth bedeutet das aktuelle Hochwasser eine ungewöhnliche Ruhe. Normalerweise tummeln sich an sonnigen Sommertagen viele Menschen an den Stränden der Nord- und Südspitze der Rheininsel. Doch davon ist momentan nichts zu sehen. Dass die Touristen fernbleiben, ist vielen Inselbewohnern aber sogar ganz recht.

"Besucher sind immer herzlich willkommen - wenn sie sich denn ordentlich benehmen und keinen Müll hinterlassen."

Parkplätze auf Niederwerth sollen kostenpflichtig werden

"Im letzten Frühjahr wurde die Insel quasi überrannt", sagt der langjährige Bürgermeister der Insel Niederwerth, Josef Gans. Der Ansturm habe viele Probleme mit sich gebracht. Vor allem die Hinterlassenschaften der Touristen ärgerten die Bewohner der Rheininsel. "Wir mussten die Südspitze irgendwann sperren, weil sie so vermüllt war", berichtet Gans. Eine weitere Konsequenz des Ansturms: Die Inselgemeinde hat beschlossen, dass Parken kostenpflichtig werden soll.

Überflutete Flächen am Strand der Insel Niederwerth. (Foto: SWR)
Die Südspitze der Insel Niederwerth ist im Sommer normalerweise ein beliebtes Ausflugsziel. Derzeit steht sie quasi komplett unter Wasser.

Ansonsten geht das Leben auf der Insel derzeit seinen gewohnten Gang. Etwas seltsam ist der hohe Wasserstand aber schon für die Menschen, die auf der Insel Niederwerth wohnen. "Ich kann mich nicht erinnern, dass der Rhein im Sommer schon mal so hoch stand", sagt Gans, der seit 1979 auf der Insel lebt. Die Südspitze ist quasi komplett überflutet. Grund zur Sorge bestehe für die Hochwasser erprobten Insulaner aber noch nicht.

Pegel sollen weiter steigen

Im Laufe der Woche sollen die Pegel jedoch noch weiter steigen. Das Landesamt für Umwelt rechnet in seiner Hochwasserprognose mit bis zu sieben Metern in Koblenz. Dabei spielt vor allem der angekündigte Starkregen eine Rolle. Hier könnte insbesondere der Zustrom aus der Mosel den Rheinordentlich anschwellen lassen.

Für die Schifffahrt auf dem Mittelrhein hat das Hochwasser derzeit noch keine Auswirkungen. "Das ist kein Wasserstand, der uns Sorgen machen würde", erklärt Florian Krekel vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein am Montag. Die ersten Fähren haben allerdings schon ihren Betrieb eingestellt. Sollten sich die Prognosen bestätigen, könnte die Schifffahrt ab Freitag betroffen sein.

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