STAND

Der Dauerfrost der vergangenen Tage - da denkt man doch, die Pinguine im Zoo Neuwied hätten sich pudelwohl fühlen müssen: Doch die fanden die Eiseskälte offenbar überhaupt nicht toll.

"Jedes Jahr im Winter werden wir gefragt, welche Tiere nun frieren, und welchen die Kälte richtig gut gefällt", sagt der Neuwieder Zoodirektor Mirko Thiel. Dass Erdmännchen es lieber warm mögen und Schneeeulen mit Kälte gut klar kommen, sei nicht weiter überraschend. Doch manchmal ernte er bei seiner Antwort auch verwunderte Blicke: "Eine dieser Überraschungen sind die Pinguine".

Pinguine im Zoo Neuwied freuen sich über Tauwetter

Beim Stichwort "Pinguin" dächten die meisten Menschen automatisch an Antarktis, Eis und Schnee. Von den insgesamt 18 Pinguinarten, die es weltweit gibt, lebten aber gerade mal fünf in der Antarktis. "Pinguine leben auf der Südhalbkugel an allen Küsten, an denen kalte Meeresströmungen vorbeifließen", erklärt Kuratorin Alexandra Japes aus dem Zoo Neuwied.

"Unsere Humboldtpinguine stammen von der Westküste Südamerikas, und haben ihren Namen vom Humboldtstrom, der an ihren Brutgebieten in Chile und Peru entlang verläuft". Dort sei das Klima gemäßigt, erläutert die Biologin. "Im Sommer wird es ähnlich warm wie bei uns, aber im Winter fällt die Temperatur kaum je in den einstelligen Bereich, geschweige denn unter Null".

Pinguine watscheln im Zoo Neuwied durch ihr Gehege.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Thomas Frey)
picture alliance/dpa | Thomas Frey

Pinguine wollen immer ins Wasser flüchten können

Schlimmer als die Kälte fänden die Pinguine im Zoo Neuwied aber, dass bei Dauerfrost das Wasserbecken geleert werden muss. "Wenn das Becken zufriert, könnten die Pinguine durch die Eisdecke brechen und sich an den Kanten verletzen", sagt Tierärztin Elisabeth Hembach. Schlimmstenfalls könnten sie sogar ertrinken, wenn sie es nicht herausschafften. Solange eine Wasserfläche in der Nähe ist, seien die Pinguine entspannt, weil sie wüssten, dass sie bei Gefahr jederzeit ins Wasser fliehen könnten. Ohne Wasser seien die Humboldtpinguine aber sehr ängstlich, drängten sich in den Bruthöhlen und warteten auf bessere Zeiten. "

Zum Glück wird es bei uns selten so kalt, und dann meist nur wenige Tage am Stück“, sagt die Kuratorin des Zoos Neuwied, Alexandra Japes: Sonst würden die Pinguine vielleicht um Asyl in der warmen Südamerika-Halle bitten, und das Wasserbecken der Tapire besetzen – so richtig glücklich ist ein Pinguin eben doch nur im oder am Wasser."

Zoo Neuwied Tigermännchen tötet Tigerweibchen

Der Tiger des Zoos Neuwied, Ivo, hat die Tigerdame Kimberly aus Magdeburg getötet, die ihm Gesellschaft leisten sollte. Laut Tierpark hat Ivo das siebenjährige Weibchen beim ersten Aufeinandertreffen der Beiden angegriffen.  mehr...

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

Insolvenz abgewendet Wie Bürger den Zoo in Neuwied retten

Keine Besucher, aber weiterhin hohe Kosten. Anfang Januar 2021 stand der Zoo in Neuwied vor der Insolvenz. Eine Nachricht, die die Menschen in Neuwied nicht kalt gelassen hat.  mehr...

Landesschau Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

Corona-Pandemie Neuwieder Zoo vor dem Aus?

Noch bis Februar reicht das Geld - dann ist Schluss für den Zoo in Neuwied. Die Einnahmeausfälle durch den Lockdown sind nicht mehr aufzufangen. Die Verantwortlichen hoffen auf Hilfe vom Land.  mehr...

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

STAND
AUTOR/IN