Arzt und Patientin - die neue Praxis in Wallmerod (Foto: SWR)

Hausärzte bei Klinik angestellt

Neue Praxis in Wallmerod: Konzept gegen Ärztemangel

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In Wallmerod im Westerwald hat eine neue Gemeinschaftspraxis eröffnet. Ein besonderes Konzept soll dazu beitragen, die medizinische Versorgung auf dem Land zu sichern.

Die Pläne sehen vor, dass drei Hausärzte in der 180 Quadratmeter großen Praxis in Wallmerod arbeiten. Besonders ist, dass sie keine selbstständigen Unternehmer sind. Die Ärzte sind beim St. Vincenz-Krankenhaus in Diez angestellt. Denn die Krankenhausgesellschaft betreibt die Praxis.

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Weniger Bürokratie und wirtschaftliches Risiko für Ärzte

Nach Angaben des Krankenhauses kümmert sich die Klinikverwaltung im Hintergrund um die Organisation der Arztpraxis. Die Ärzte sollen so mehr Zeit für ihre Patienten haben. Außerdem sei das wirtschaftliche Risiko für die Mediziner in Wallmerod deutlich geringer, als wenn sie selbst als Unternehmer alle Kosten für die Praxis zahlen müssen. 

Glücksfall für Verbandsgemeinde Wallmerod

Für die Verbandsgemeinde Wallmerod ist die neue Praxis ein Glücksfall. Denn ohne neue Hausärzte wäre es eng geworden, die medizinische Versorgung in der Region weiter zu sichern, sagt Bürgermeister Klaus Lütkefedder (CDU): "Die Problemlage wurde zunehmend dramatischer. Eine Arztpraxis hat zugemacht. Eine wird nach wie vor noch geführt - allerdings von einer etwas älteren Ärztin. Auch da ist es absehbar, dass weniger Patienten übernommen werden können. Es wäre ein Riesenloch entstanden, wenn wir uns nicht frühzeitig gekümmert hätten."

Krankenhäuser sollen entlastet werden

Von dem neuen Modell sollen auch die Krankenhäuser in der Region profitieren. Die Hoffnung ist, dass Patienten mit kleineren Beschwerden eher in die Praxis vor Ort nach Wallmerod gehen als in die Notaufnahme. Die beiden Kliniken in Diez und Limburg sollen dadurch entlastet werden, sagt der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft St. Vinzenz, Guido Wernert: "Wir wollen um unsere Krankenhäuser herum gezielt eine ambulante Versorgungskette gestalten, damit es auch in zehn Jahren noch eine ambulante Sprechstunde gibt."

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