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Vor 75 Jahren entdeckte die US-Armee mit der intakten Brücke von Remagen unverhofft einen Weg über den Rhein. Viel schneller als erwartet konnten die Amerikaner vorrücken - bis die Ludendorff-Brücke doch noch einstürzte.

Es ist der 7. März 1945: Die vorrückenden US-Truppen trauen ihren Augen kaum, als sie in Remagen eine scheinbar intakte Brücke über den Rhein vorfinden. Die deutsche Besatzung der sogenannten Ludendorff-Brücke besteht da nur noch aus 36 älteren Männern - die Hälfte von ihnen nicht einsatzfähig.

Ludendorff-Brücke übersteht Sprengversuch

Sie versuchen, die Brücke zu sprengen, haben aber nur minderwertigen Industriesprengstoff zur Verfügung. Der reicht nicht aus - die Brücke hält. Die Amerikaner nutzen ihre Chance: 8.000 Soldaten überqueren innerhalb von 24 Stunden den Rhein. Viel schneller als gedacht können sie weiter vorrücken und so den Krieg auf deutschem Boden um Monate verkürzen.

Einsturz nach zehn Tagen

Zehn Tage später, am 17. März 1945, stürzt die Brücke von Remagen dann doch noch ein. Zu schwer waren die Schäden durch die missglückte Sprengung. Der Verlust der Brücke wiegt für die Amerikaner aber nicht mehr so schwer, denn mittlerweile haben sie an anderen Stellen mehrere Ponton-Brücken über den Rhein errichtet.

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Doch was erinnert heute noch an die Geschehnisse rund um die Ludendorff-Brücke? Außer den alten Brückentürmen ist in Remagen und Erpel auf der anderen Rheinseite - zumindest auf den ersten Blick - kaum mehr etwas zu sehen. Für eine Multimedia-Reportage anlässlich des 75. Jahrestages der Eroberung der Brücke von Remagen hat sich SWR-Reporterin Aline Braun an den Originalschauplätzen auf die Suche gemacht.

Zeitzeugin spricht über Tage der Brückeneroberung

Dafür hat sie unter anderem junge Remagener gefragt, was sie überhaupt noch von der Brücke wissen und sich mit einer Zeitzeugin getroffen, die sich im Erpeler Eisenbahntunnel versteckt hielt, als die Amerikaner die Brücke eroberten. Außerdem berichtet der Bürgermeister von Remagen über seine Pläne, für eine neue Brücke über den Rhein. Dabei verbindet die Multimedia-Reportage Originalaufnahmen und -töne aus dem SWR Archiv mit den Erinnerungsstätten von heute.

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