Böller (Foto: IMAGO, Imago)

Zustimmung des Bundesrats ist nötig

Warum ein Feuerwerker aus der Eifel das Böllerverbot fürchtet

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Silvester ohne Feuerwerk - für viele Menschen undenkbar. Am Freitag entscheidet der Bundesrat. Ein Verbot würde für Helmut Reuter aus Müllenbach weitere Verluste bedeuten.

Helmut Reuter wartet darauf, dass es endlich eine endgültige Entscheidung über das Feuerwerksverbot gibt. Das Bundesinnenministerium hatte schon Anfang Dezember das Verkaufsverbot für Silvesterfeuerwerk verkündet: Wie schon im Vorjahr darf demnach kein Feuerwerk an Privatleute verkauft werden. Die bereits durch Corona belasteten Krankenhäuser sollen sich nicht auch noch um mögliche Opfer von Feuerwerk kümmern müssen. Zudem würden so an Silvester Menschenansammlungen verhindert. Am Freitag muss jetzt noch der Bundesrat dem Böllerverbot zustimmen.

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Feuerwerks-Weltmeister denkt sich neues Sortiment aus

Das Jahresende ist normalerweise für Helmut Reuter aus der Eifel eine besonders arbeitsreiche Zeit: Er ist Geschäftsführer der Firma Steffes-Ollig, die im In- und Ausland Feuerwerke in Szene setzt - nach eigenen Angaben unter anderem im Sultanat von Oman, in Kanada oder in Koblenz bei "Rhein in Flammen". Und Reuter ist Feuerwerks-Weltmeister. 2010 errang er diesen Titel mit einer ganz besonderen Feuerwerks-Choreographie in San Remo. Für Hochzeitsfeiern, Weinfeste, Geburtstage und Firmenevents wird er gerne engagiert. Die fielen aber in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie oft aus.

Im Schlosspark in Brühl bereiten Mitarbeiter der Firma Steffs-Ollig aus dem Kreis Cochem-Zell ein großes Feuerwerk vor.  (Foto: Helmut Reuter, Geschäftsführer der Feuerwerksfirma Steffes-Ollig aus Müllenbach)
Im Schlosspark in Brühl bereiten Mitarbeiter der Firma Steffs-Ollig aus dem Kreis Cochem-Zell ein großes Feuerwerk vor. (Archivbild) Helmut Reuter, Geschäftsführer der Feuerwerksfirma Steffes-Ollig aus Müllenbach

Müllenbacher Feuerwerksunternehmen verkauft Böller und Kracher

Das Unternehmen aus Müllenbach verkauft auch Böller und Kracher, die es aus China importiert, an Privatkunden. Helmut Reuter denkt sich dafür immer ein neues Sortiment aus, das er kurz vor Weihnachten am Nachthimmel über Müllenbach präsentiert. Ein Spektakel, das Kunden auch aus Köln und Düsseldorf oder dem Rhein-Main-Gebiet anzieht. Viele kauften danach Feuerwerk, oft für viele hundert Euro, erzählt Helmut Reuter. Doch in diesem Jahr fiel die Präsentation des neuen Feuerwerks aus.

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Feuerwerker aus dem Kreis Cochem-Zell sauer auf die Politik

Nach dem derzeitigen Stand dürfen Gewerbetreibende und Selbständige zwar Feuerwerk kaufen, doch bislang habe das niemand gewollt, sagt Helmut Reuter. Zu groß sei die Unsicherheit. Nur sechs Hotels haben die Feuerwerksexperten aus der Eifel für den Jahreswechsel 2021/22 gebucht. Der Feuerwerker aus der Eifel kann nur hoffen, dass es auch dabei bleibt. Durch das Feuerwerksverbot im vergangenen Jahr hat er nach eigenen Angaben bereits Umsatzeinbußen von 98 Prozent verkraften müssen.  

Helmut Reuter, Geschäftsführer der Firma Steffes-Ollig aus Müllenbach in der Eifel und Feuerwerks-Weltmeister im Jahr 2010. (Foto: Helmut Reuter, Geschäftsführer der Firma Steffes-Ollig aus Müllenbach)
Helmut Reuter, der Geschäftsführer der Firma Steffes-Ollig aus Müllenbach in der Eifel, war Feuerwerks-Weltmeister im Jahr 2010. Helmut Reuter, Geschäftsführer der Firma Steffes-Ollig aus Müllenbach

Böllerverbot hat massive Umsatzeinbußen zur Folge

Helmut Reuter arbeitet deshalb inzwischen nur noch mit Aushilfskräften, sein Sohn hat sich eine andere Arbeit gesucht, seine Frau ist in Kurzarbeit. Zwar habe er staatliche Hilfen bekommen, das sei aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein gewesen. An die Politik gerichtet sagt der Unternehmer aus dem Kreis Cochem-Zell: "Es ist eine Unverschämtheit, uns so lange im Ungewissen zu lassen." Schon 2020 hatte der Bundesrat erst am 23. Dezember einem Böllerverbot des Innenministers zugestimmt. 

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