Motocrossfahrer sorgen für Ärger in den Wäldern in der Region Trier (Symbolbild). (Foto: imago images, Imago)

Schaden für Wald und Tiere

Mountainbiker und Motocrossfahrer sorgen für Ärger im Westerwald

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Immer mehr Mountainbiker und Motocrossfahrer sind nach Angaben der Forstämter in den Wäldern illegal abseits der Wege unterwegs. Die Förster ärgern sich, könnten aber oft nichts tun.

Im Raum Herdorf im Kreis Altenkirchen sei die Situation derzeit besonders schlimm, sagt die zuständige Försterin Judith Waldhans. Vor allem Mountainbiker seien oftmals in den Wäldern abseits der Wege unterwegs. Aber auch eine Gruppe von Motocrossfahrern habe die Grenzregion zu Nordrhein-Westfalen für sich entdeckt.

"Das Ganze hat in den letzten Jahren stark zugenommen", berichtet Waldhans. Sie kämen vermutlich aus dem nahen Siegerland. "Es gibt Regeln im Wald - abseits der Wege zu fahren ist verboten", sagt die Försterin. Lärm, Abgase und Reifenabrieb würden den Boden und die Vegetation zerstören. Durch die breiten Fahrbahnen könnten junge Bäume nicht wachsen.

Förster versuchen Zweiradfahrer zur Rede zu stellen

Die Förster versuchen nach Angaben von Waldhans mit den Zweiradfahrern ins Gespräch zu kommen, dabei sei es auch bereits zu unschönen Situationen gekommen. "Einem Kollegen gegenüber sind sie schon aggressiv und handgreiflich geworden", sagt Waldhans. In der Regel könne man die Fahrer aber gar nicht zur Rede stellen, weil sie mit ihren Mountainbikes und Motocross-Maschinen meist schnell über alle Berge seien.

Polizei soll helfen Fahrer zu stoppen

Die Förster arbeiten daher auch mit der Polizei zusammen, teilt Judith Waldhans mit. An bekannten Stellen soll verstärkt kontrolliert werden. "Wenn einige der Fahrer mal eine Geldbuße bezahlt haben, spricht sich das vielleicht rum in der Szene und schreckt andere ab", hofft Waldhans. Zudem haben die Förster nach eigenen Angaben rund 30 Hinweisschilder im Wald aufgehängt, um die Fahrer zu sensibilisieren und aufzuklären.

Illegale Fahrer auch in anderen Regionen unterwegs

Auch im Bereich des Forstamtes Dierdorf kennt man das Problem. "Wir haben derzeit etwa zehn illegale Mountainbike-Strecken bei uns im Wald", erklärt der Leiter des Forstamtes, Uwe Hoffmann. Die Mountainbiker würden die Strecken meist schneller bauen, als die Förster sie wieder abreißen und zurückbauen könnten. Und die Fahrer wüssten genau, wo sie fahren können, um möglichst nicht erwischt zu werden, sagt Hoffmann.

Ähnlich sieht es auch jeweils im Bereich des Forstamts Neuhäusel und Hachenburg aus. Dort sollen nun legale Mountainbike-Strecken entstehen, sogenannte Trails. In der Hoffnung, dass die Mountainbiker dann diese Wege nutzen, statt querfeldein durch die Wälder zu fahren.

Landesforsten hat Projektgruppe geründet

Im vergangenen Jahr hat Landesforsten Rheinland-Pfalz eine Projektgruppe zu der Problematik gegründet. Ziel sei es, naturverträgliche und legale Mountainbike-Angebote zu schaffen, um so Konflikte etwa zwischen Mountainbikern und Förstern zu vermeiden.

Derzeit liege der Fokus der Projektruppe auf der Pfalz. Dort sollen in Absprache mit Touristikern und Mountainbikern weitere legale Trails entstehen. Die dort gesammelten Erfahrungen sollen dann aufs ganze Land übertragen werden. Darüber hinaus hätten sich auch die einzelnen Forstämter im Land untereinander vernetzt, um eine Lösung für die Problematik zu finden.

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