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Die Verbandsgemeinde Montabaur setzt im Kampf gegen den giftigen Riesenbärenklau Schafe und Ziegen ein. Bei Menschen kann der Saft der Pflanze starke Verbrennungen hervorrufen.

Die Schafe und Ziegen fressen nach Angaben der Verbandsgemeinde Montabaur die jungen Triebe ab. Dadurch werde der Riesenbärenklau kleingehalten und hoffentlich ausgehungert, sagt Markus Kuch, Leiter der Grünflächenverwaltung Montabaur. Das verhindere, dass die giftige Pflanze neue Samen ausbildet. Denn die können sich über mehrere Jahre in der Erde halten und irgendwann wieder aufkeimen.

Ausgewachsener Riesenbärenklau. (Foto: Imago, imago stock&people)
Ausgewachsener Riesenbärenklau kann bis zu drei Meter hoch werden. Imago imago stock&people

Riesenbärenklau fühlt sich in feuchten Gebieten besonders wohl

Der "Riesenbärenklau-Vernichtungstrupp" in Form von Schafen und Ziegen soll auf drei Feuchtwiesen rund um Montabaur eingesetzt werden. Eine Fläche davon liegt in Horressen.

Dort fühle sich die Pflanze durch den Bachlauf besonders wohl, erklärt Kuch. "Die Samen gelangen in den Bachlauf. Dieser fließt durch Montabaur und an einem Spielplatz vorbei. So verbreitet sich die Pflanze immer weiter."

Traktoren sind billiger, aber nicht so umweltverträglich

Bis vor ein paar Jahren habe die Verbandsgemeinde noch Traktoren eingesetzt, um den Riesenbärenklau samt Wurzeln aus dem Boden zu entfernen, erklärt Kuch. "Das ist die Variante, die am wirtschaftlichsten ist. Denn der Traktor schafft viel Fläche in kurzer Zeit."

Doch unter dem Gewicht des Traktors leide die restliche Wiesenfläche. Zudem würden zu viele andere Pflanzen mit herausgerissen, die für die Umwelt noch von Nutzen seien.

Für Schafe und Ziegen ist der Riesenbärenklau ungefährlich

"So lange der Riesenbärenklau noch klein ist, ist er für die Schafe und Ziegen auch nicht giftig", sagt Koch. Wenn die Pflanze im Sommer jedoch größer geworden sei, würden die Tiere sie auch nicht mehr fressen. Ausgewachsen kann der Riesenbärenklau bis zu drei Meter hoch werden, die schönen weißen Blüten locken immer wieder Menschen an. Doch der Pflanzensaft kann Hautreizungen und sogar Verbrennungen auslösen.

Die drei kleinen Schaf- und Ziegenherden gehören nach Angaben von Kuch Hobby-Schäfern aus dem Westerwald. Neben der Fläche in Horressen sollen die Tiere noch in Eschelbach am Aubach den Kampf gegen den Riesenbärenklau aufnehmen. Im Anschluss dürfen sich die Schafe noch die Grünfläche im Wäschbachtal in Horressen schmecken lassen, wo eine naturnahe Wiesenlandschaft mitten im Ort entstanden ist.

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