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Für viele sind sie nur Unkraut, doch in Wild-Kräutern steckt viel Gutes, weiß Umweltpädagogin Katharina Kindgen aus Merkelbach. Und die beste Zeit zum Sammeln ist jetzt im Frühling.

Auf einer Wiese im Westerwald zupft Katharina Kindgen eine kleine rosa-weiße Blüte ab und steckt sie sich in den Mund. Früher war das Wiesenschaumkraut auch als "Hungerkraut" bekannt, sagt die Kräuterexpertin aus Merkelbach. Es schmecke ganz leicht nach Radieschen und sei in der Küche vielfältig einsetzbar. Auf der Wiese wachsen auch noch Giersch, Taubnesseln oder Spitzwegerich.

Die Knoblauchsrauke ist ein mildes, aber würziges Küchenkraut mit leichtem Knoblaucharoma. (Foto: SWR)
Die Knoblauchsrauke ist ein mildes, aber würziges Küchenkraut mit leichtem Knoblaucharoma.

350 Wildkräuter sind in der Region bekannt. Die meisten davon sind essbar und sehr gesund: Brennnessel, Knoblauchsrauke oder Löwenzahn wachsen jetzt überall, stecken voller Vitamine und Mineralstoffe und schmecken auch noch gut.

Sammeln mit Augenmaß

Seltene und geschützte Pflanzen wie etwa die Schlüsselblume sollte man aber stehen lassen. Generell gilt: Nur so viel sammeln wie man braucht, sagt Katharina Kindgen. "Zwei Hände voll reichen ja schon für ein Pesto. Für einen Brennnesselspinat reicht eine halbe Baumwolltasche voll. Mehr braucht man einfach auch nicht."

Kräuter-Bestimmungs-Apps helfen

Aber Vorsicht: Genau wie auch beim Pilze sammeln besteht bei Wildkräutern manchmal Verwechslungsgefahr. Das giftige Maiglöckchen etwa sieht dem essbaren Bärlauch sehr ähnlich. Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man die Kräuter deshalb lieber stehen lassen und sich erst informieren. Bei der Bestimmung können Bücher und Apps auf dem Smartphone helfen.

Den Löwenzahn kennt jeder. Er soll bei Blasenentzündungen helfen und die Leber anregen. Außerdem ist er reich an Kalium. (Foto: SWR)
Den Löwenzahn kennt jeder. Er soll bei Blasenentzündungen helfen und die Leber anregen. Außerdem ist er reich an Kalium.

Köstliches schnell angerichtet

Dass es dafür mittlerweile einige Apps gibt, zeigt auch: Junge Menschen interessieren sich wieder für Wildkräuter, so die Umweltpädagogin des NABU. Denn schon mit einer Handvoll Löwenzahnblätter etwa lässt sich mit ein paar Tomaten ein wunderbarer Salat anrichten. Dazu ein paar gekochte Eier mit einer Joghurtsauce, das sei einfach köstlich.

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