Mühlstein vor einer Mühle im Schrumpftal (Foto: SWR)

RLP unterstützt Bewerbung um Auszeichnung

"Mühlsteinrevier Rhein-Eifel" soll Welterbe-Kandidat werden

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Die Jahrtausende alte Mühlstein-Tradition in der Eifel soll zum UNESCO-Welterbe werden. Nach Angaben von Innenminister Lewentz (SPD) wird die Bewerbung bei der Kultusministerkonferenz eingereicht.

Es ist ein erster Schritt in einem Prozess, der vermutlich noch dauern wird. Denn die Entscheidung, ob das "Mühlsteinrevier Rhein-Eifel" tatsächlich eine Welterbe-Auszeichnung erhält, liegt bei der UNESCO. Am Dienstag hat aber das rheinland-pfälzische Kabinett nach eigenen Angaben einstimmig der Empfehlung eines eigens einberufenen Fachbeirates zugestimmt. Der Antrag zur Aufnahme auf die deutsche Auswahlliste (Tentativliste) für das UNESCO-Welterbe wird nun an die Kultusministerkonferenz weitergereicht.

Einzigartige Mühlstein-Tradition seit Jahrtausenden

Nach Ansicht des Landes erfüllt das "Mühlsteinrevier Rhein-Eifel" die nötigen Voraussetzungen für die Nominierung: "Im Mühlsteinrevier Rhein-Eifel wurde über insgesamt sieben Jahrtausende Basaltlava für die Produktion von Mühlsteinen genutzt", sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD). "Es ist weltweit eines der ganz seltenen Beispiele, bei dem eine römische, mittelalterliche und neuzeitliche Produktionsgeschichte in ihren Auswirkungen auf kulturelle und umweltbezogene Faktoren bis heute verfolgt werden kann." Das Revier spiegle die Herstellung von Mühlsteinen und den Fernhandel über einen Zeitraum von zwei Jahrtausenden.

Klettern in der Eifel: im ehemaligen Basalt-Steinbruch von Ettringen-Kottenheim (Foto: SWR, Winkler)
Klettern in der Eifel: im ehemaligen Basalt-Steinbruch von Ettringen/Kottenheim Winkler

Denn Mühlsteine aus der Eifel wurden schon in der Antike aus der heimischen Basaltlava hergestellt und über den Hafen in Andernach exportiert. Überall im sogenannten "Mühlsteinrevier" findet man Zeugnisse der jahrtausendelangen Geschichte in der Produktion von Reib- und Mühlsteinen, die nur durch den Vulkanismus in der Eifel möglich wurde. Auch heute noch ist der Abbau und Verkauf von Basalt, Bims und Lava wichtig für die Region.

Diese Einzigartigkeit soll mit der Bewerbung als Welterbe noch weiter betont werden. Auch touristisch wird dieses Erbe inzwischen auch erfolgreich vermarktet, im sogenannten "Vulkanpark" mit insgesamt 17 Natur-, Kultur- und Industriedenkmälern - etwa dem Geysir in Andernach, den Erlebniswelten Grubenfeld bei Mayen oder dem Römerbergwerk Meurin in Kretz.

Weitere Welterbe-Vorschläge werden vom Land nicht unterstützt

Andere Vorschläge sind dagegen aus dem Rennen: Denn die Sayner Hütte in Bendorf im Kreis Mayen-Koblenz und die Historischen Weinberge der Kulturlandschaft Moseltal haben nach Angaben des Innenministeriums keine Empfehlung des Fachbeirates erhalten.

Die Stadt Bendorf zeigte sich enttäuscht darüber, dass das Land die Sayner Hütte nicht als Welterbe-Kandidaten ausgewählt hat. Der Bendorfer Bürgermeister Mohr teilte dem SWR mit, das nun analysiert werden müsse, warum die Bewerbung scheiterte. Die Sayner Hütte solle weiter gemeinsam mit der Stiftung und dem Freundeskreis Sayner Hütte entwickelt werden, um sie als Industriedenkmal und Ort für Ausstellungen bekannter zu machen.

Als nächster Schritt wird die Kultusministerkonferenz bis März 2023 alle aus den Bundesländern eingereichten Bewerbungen bewerten. Darauf folgt die Entscheidung über die neue Tentativliste, die 2024 bei der UNESCO eingereicht werden soll. Ab 2025 könnte die erste der jährlich möglichen Nominierungen gegenüber der UNESCO erfolgen, so das Land.

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