Werksgelände und Hallen des Windelproduzenten Ontex in Mayen bei Koblenz. (Foto: Pressestelle, Ontexglobal)

Hygieneartikel-Hersteller fehlen die Aufträge

Stellenabbau bei Ontex: Mitarbeiter kämpfen um ihren Arbeitsplatz

STAND

Der Hygieneartikel-Hersteller Ontex hat angekündigt, die Produktion in Mayen bis Mitte 2022 schrittweise einzustellen und 350 Stellen zu streichen. Laut Gewerkschaft soll es nun dazu Gespräche geben.

Die Ontex-Beschäftigten am Standort Mayen wollen sich den geplanten Stellenabbau in ihrem Werk genauer erläutern lassen. Das wurde Mitte der Woche bei Beratungen beschlossen. Weitere Verhandlungen mit der Geschäftsleitung könne es in zwei bis drei Wochen geben, sagte ein Sprecher der zuständigen Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE).

Produktionsstopp und Stellenabbau in Mayen geplant

Ontex hatte angekündigt, in Mayen 350 der rund 500 Arbeitsplätze abzubauen. Die Produktion am Standort in Mayen soll demnach bis Mitte nächsten Jahres komplett eingestellt werden. Dagegen hatten gut 200 Beschäftigte am Montag vor dem Werk in Mayen demonstriert. Auch Landesarbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) und die SPD-Fraktionsvorsitzende Sabine Bätzing-Lichtenthäler nahmen an der Kundgebung teil.

Werk soll zu Inovationszentrum für Babyhygiene werden

Bislang werden in Mayen unter anderem Windeln produziert. Doch die Auftragslage sei schlecht, heißt es vom Unternehmen mit Hauptsitz in Belgien. Das Ontex-Werk soll nach Angaben des Unternehmens deshalb zu einem Kompetenzzentrum unter anderem für Maschinentechnik, Produktionstechnologie und Produktionsentwicklung im Bereich Babyhygiene umgebaut werden. 150 Mitarbeiter sollen am Standort Mayen im Innovationszentrum weiterarbeiten.

Gewerkschaft ruft zur Demo gegen Stellenabbau und Produktionsstopp bei der Firma Ontex in Mayen auf. Ein Teilnehmer hält Pappschild hoch, dahinter sind weitere Demonstranten zu sehen.  (Foto: SWR)
Etwa 200 Teilnehmer demonstrieren gegen Stellenabbau und Produktionsstopp bei Ontex in Mayen.

"Da die Produktionskapazitäten in Mayen nicht voll ausgelastet waren, haben wir beschlossen, dass der Standort Mayen innerhalb der Ontex-Gruppe künftig die Aufgabe haben wird, sich auf die Entwicklung weltweiter Maschinen- und Produktinnovationen zu fokussieren. Mayen wird damit einer unserer treibenden Standorte sein, um Innovationen in Zukunft noch schneller auf den Markt zu bringen", sagte Markus van Gumpel von Ontex.

Noch keine Details bekannt

Welche und wie viele Mitarbeiter von dem Stellenabbau konkret betroffen seien, darüber könnten zurzeit keine weiteren Angaben gemacht werden, heißt es von Ontex. Das Unternehmen werde versuchen, die Mitarbeiter nach Möglichkeit zu versetzen und die bestmögliche Lösung für alle Betroffenen zu finden.

Der Gewerkschaft lägen derzeit keine detaillierten Zahlen über die mutmaßlich schlechte Auftragslage des Unternehmens vor, sagte Tobias Paulus von der Industrie-Gewerkschaft BCE dem SWR. Man erwarte von der Geschäftsleitung nun Vorschläge für Verhandlungen, um den Stellenabbau und den Produktionsstopp zu verhindern. Am Mittwoch soll es laut Gewerkschaft erste Gespräche auf Arbeitnehmerseite geben.

Mayens Oberbürgermeister überrascht

Für Mayens Oberbürgermeister, Dirk Meid (SPD), kam die Ankündigung von Ontex unerwartet: "Ich bin überrascht, dass die Produktion von Hygieneartikeln derart beeinträchtigt ist", sagte Meid auf SWR-Anfrage.

Meid hofft, dass am Ende weniger Stellen abgebaut werden müssen, als im Moment beschrieben wird. Das sei auch für den Wirtschaftsstandort Mayen wichtig: "Sollte es zu Kündigungen in größerer Zahl kommen, wäre das selbstverständlich ein großer Verlust für die Stadt. Wenn einer der größten Arbeitgeber Mitarbeiter entlässt, trifft das immer den Standort und die Region."

Trier

Periodenarmut Thema im Stadtrat Sozialausschuss will prüfen, ob Bedarf für Tampons und Binden an Trierer Schulen besteht

Der Trierer Stadtrat hat am Mittwochabend über eine mögliche Bereitstellung von Menstruationsprodukten auf den Toiletten der Schulen beraten. Der Sozialausschuss will nun prüfen, ob Bedarf besteht.  mehr...

STAND
AUTOR/IN