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Am Mittwoch sind die beiden Loreley-Kliniken in St. Goar und in Oberwesel geschlossen worden. Einen Tag später hat am Standort Oberwesel nun eine orthopädische Tagesklinik eröffnet.

Nach Angaben der Krankenhaus GmbH St. Goar-Oberwesel sollen dort Menschen mit Rücken- oder Gelenkproblemen behandelt werden. Stadtbürgermeister Marius Stiehl (CDU) kann aber noch nicht sagen, wie viele Mitarbeiter dort arbeiten werden. Die Tagesklinik soll nach und nach den Betrieb aufnehmen. Sie wird durch ein ambulantes Facharzt-Zentrum ergänzt.

Die Loreleyklinik in Oberwesel sollals Gesundheitscampus fortgeführt werden. Die Stadt will jetzt mit einer Machbarkeitsstudie prüfen lassen, wie wirtschaftlich das wäre. Auf dem neuen Campus soll neben der orthopädischen Tagesklinik ein Facharztzentrum entstehen. Außerdem soll das bestehende Seniorenheim ausgebaut werden.

Die Mitarbeiter in Oberwesel "feiern" Abschied von der Loreley-Klinik. (Foto: SWR)
Die Mitarbeiter in Oberwesel "feiern" Abschied von der Loreley-Klinik.

"Trauerfeier" in Oberwesel

In Oberwesel waren die Beschäftigten der Loreley-Kliniken am Mittwochvormittag ein letztes Mal in Oberwesel zusammengekommen, um Abschied von ihrem Arbeitsplatz zu nehmen. Die Beschäftigten bezeichneten die Zusammenkunft als Trauerfeier. Vor dem Klinikeingang war ein Imbisswagen aufgebaut. Es gab Kuchen, Sekt und Wein. Für viele war es der letzte Arbeitstag. Andere sind noch bis Ende des Jahres in der Klinik beschäftigt. Viele Mitarbeiter hatten Tränen in den Augen. Es gehe eine Ära zu Ende, sagten sie.

Zuletzt war ein weiterer Übernahmeversuch des Krankenhausbetreibers "Helexier" gescheitert. Der Stadtrat in Oberwesel hatte sich einstimmig dagegen ausgesprochen.

Antrag auf Millionenzuschüsse

Die Marienhaus GmbH, die noch bis Ende des Jahres Mehrheitsgesellschafter der Loreleykliniken ist, musste bis Mittwoch beim Land einen Antrag auf Zuschüsse aus einem Strukturfond stellen. Dieser sieht die Zahlung von etwa 22 Millionen Euro vor. Jeweils 11 Millionen sollen das Land und der Bund zahlen.

Das Geld ist unter anderem für einen Sozialplan gedacht, damit gekündigte Mitarbeiter eine Abfindung erhalten können. 100 der gekündigten Mitarbeiter haben Klagen beim Koblenzer Arbeitsgericht eingereicht.

Schließung bis Monatsende Loreley-Kliniken müssen Fördergelder beantragen

Die Gesellschafter der Loreleykliniken in St. Goar und Oberwesel müssen bis Ende des Monats beim Land einen Antrag einreichen, um Fördergelder zu bekommen. Das Land stellt immer noch bis zu 22 Millionen Euro in Aussicht.  mehr...

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