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Die Gesellschafter der beiden Loreley-Kliniken in St. Goar und Oberwesel haben beschlossen, die beiden Häuser vorerst nicht zu schließen. Die Städte und die Verbandsgemeinde stimmten dagegen.

Der Betreiber, die Marienhaus GmbH, hatte einen entsprechenden Antrag zur Schließung gestellt. Dem hätten aber drei Viertel der Gesellschafter zustimmen müssen. Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll erneut abgestimmt werden. Dann würde eine einfache Mehrheit und somit die Stimmen der Marienhaus GmbH genügen.

Die kommunalen Gesellschafter hoffen immer noch darauf, dass die beiden Krankenhäuser als Corona-Zentren eingestuft werden könnten. Dann gebe es mehr Geld und der Weiterbetrieb wäre sichergestellt, so die Hoffnung der drei Bürgermeister.

Nicht für Corona gerüstet

Die Marienhaus GmbH sieht das anders. Die Kliniken verfügten weder über die Ausrüstung noch über das Material, kurzfristig Corona-Patienten aufzunehmen, so ein Sprecher. Ähnlich hatte sich zuvor auch schon die Landesregierung geäußert, da die Loreley-Kliniken die Notaufnahme und die Intensiv-Versorgung schon Anfang des Jahres geschlossen hatten.

Nach Angaben eines Unternehmenssprechers der Marienhaus GmbH dürfe man jetzt keine Zeit verlieren. Es gehe darum, eine Insolvenz zu vermeiden, denn dann würde es wohl keine sozialverträgliche Abfindungen für die Mitarbeiter geben. Diese sei nur bei einer geregelten Schließung ohne Insolvenz möglich.

Protest aus der Bevölkerung

In der Bevölkerung gab es Widerstand gegen die Schließung. Ein Bürgerbündnis hatte in St. Goar und Oberwesel zu einem stillen Protest aufgerufen. Die Menschen sollten Bettlaken oder große weiße Tücher aus Wohnungsfenstern hängen. Diese sollten die 180 Betten in beiden Häusern symbolisieren, die während der Corona-Krise bei einer Schließung fehlen.

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