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Erst das Aus, dann die Rettung und jetzt doch das endgültige Ende. Die Loreley-Kliniken in St. Goar und Oberwesel werden spätestens Ende des Jahres dicht gemacht. Das haben die Gesellschafter heute gemeinsam bekannt gegeben.

Ein Schock für die 400 Angestellten, aber auch für die ganze Region. Die Schließung der beiden Loreley-Kliniken reißt ein Loch in die medizinische Versorgung am Mittelrhein.  

Betreiber-Suche lief ins Nichts

Es findet sich kein neuer Betreiber für die Kliniken. Niemand sieht sich in der Lage, die Kliniken wirtschaftlich zu betreiben. Die Marienhaus GmbH hatte als aktueller Betreiber schon vor Monaten angekündigt, dass sie sich spätestens Ende des Jahres zurückzieht. Seitdem läuft die Suche nach einem Nachfolger.

Zuletzt war das Deutsche Rote Kreuz im Gespräch, hatte Interesse signalisiert. Es war dann aber doch vor rund einem Monat ausgestiegen. Auch das DRK hat nach eigenen Angaben keine wirtschaftliche Perspektive gesehen. Dazu gab es zwei aufwendige Gutachten, die bei zu keinem guten Ergebnis geführt haben.

 Abwicklung der Kliniken-Schließung dauert

Die Gesellschafter wollen die beiden Kliniken nach eigenen Angaben kontrolliert abwickeln. Deshalb müssen Verträge gekündigt, Lieferketten abgeschnitten und Lagerbestände aufgelöst werden. Das dauert eine Weile, sagte ein Sprecher der Marienhaus GmbH. Außerdem haben so auch die Mitarbeiter mehr Zeit, sich nach einer neuen Stelle umzusehen. Nach SWR-Informationen sind schon einige zu anderen Krankenhäusern gewechselt.

Hauptziel: Insolvenz vermeiden

Der Sprecher sagte, das Wichtigste sei jetzt, eine Insolvenz zu vermeiden. Denn dann wären es am Ende wahrscheinlich die Mitarbeiter, die weniger Geld bekommen würden. Im Moment würden die Beschäftigten eine Abfindung erhalten - finanziert aus Landesmitteln. Auch um gegebenenfalls eine Übergangsphase ohne Job zu überstehen.

In einem offiziellen Insolvenzverfahren müssten sich die Mitarbeiter dann hinten anstellen und bekämen unter Umständen nur einen Bruchteil der Abfindung. Im schlimmsten Fall überhaupt nichts. Das wäre eine Katastrophe, die es zu verhindern gilt, so der Marienhaus-Sprecher. 

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