Feuerwehrleute sichern einen entgleisten Gefahrgutzug, der mit Diesel beladen ist. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Thomas Frey)

Zu schnell unterwegs

Zugunglück in Lahnstein: Lokführer verliert Fahrerlaubnis

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Der Lokführer, der im August vergangenen Jahres in Niederlahnstein den verunglückten Güterzug gesteuert hat, darf inzwischen keine Züge mehr führen. Das haben Gerichte in Nordrhein-Westfalen entschieden.

Der Mann soll nach Angaben der Rhein-Zeitung bei dem Zugunglück zu schnell gefahren sein. Nach dem Unfall hatte das Eisenbahn-Bundesamt ihm demnach den Triebfahrzeugschein entzogen - wegen des zu schnellen Fahrens und weil er unzuverlässig sei.

Der Lokführer hatte dagegen geklagt. Vor dem Verwaltungsgericht Köln räumte er dann aber ein, während der Fahrt in Niederlahnstein im August 2020 17 Stundenkilometer schneller gefahren zu sein, als erlaubt. Das Kölner Gericht entschied, dass es rechtmäßig sei, dem Lokführer den Führerschein zu entziehen. Das Oberverwaltungsgericht Münster bestätigte dieses Urteil nun in einem Berufungsprozess.

Ob das zu schnelle Fahren der Grund für den Unfall vom 30. August in Lahnstein war, ist aber noch nicht final geklärt. Die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung ermittelt noch immer in dem Fall. Auch die Koblenzer Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen den Lokführer, wartet jedoch das Ergebnis der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung ab.

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Damals kam es zu dem folgenschweren Unfall am Bahnhof Niederlahnstein. Der Güterzug entgleiste und fast 180.000 Liter Diesel sickerten ins Erdreich. Die rechtsrheinische Bahnstrecke war wochenlang gesperrt. Gleise mussten erneuert werden und ein Teil des Erdreiches wurde abgetragen.

Die Menschen in der Umgebung waren sehr besorgt wegen der Umweltverschmutzung. Auch wurden Forderungen nach einer Alternativtrasse wieder laut.

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