Ein Lkw und querstehende Unfallautos in der Limburger City: Bei der Lkw-Attacke mit einem zuvor gekaperten Lastwagen wurden im Oktober 2029 insgesamt 18 Menschen verletzt. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Nach Revision beim Bundesgerichtshof

Landgericht Limburg verhandelt neu über Lkw-Attacke

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Rund zwei Jahre nach der Lkw-Attacke in der Limburger Innenstadt mit 18 Verletzten wird der Fall neu verhandelt. Die Revision des Angeklagten beim Bundesgerichtshof war teilweise erfolgreich.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil vom November 2020 gegen den angeklagten Syrer wegen eines möglichen Rechtsfehlers teilweise aufgehoben (hier das Urteil). Deshalb wird der Fall vor dem Landgericht Limburg seit Freitag neu verhandelt. Die grundsätzliche Verurteilung des Syrers wegen versuchten Mordes ließen die Karlsruher Richter allerdings unangetastet (4 StR 53/21). Bis Anfang März sind noch zwei weitere Verhandlungstermine angesetzt.

Das Landgericht Limburg hatte den Angeklagten wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu insgesamt neun Jahren Haft verurteilt. Es sei dabei von der Annahme ausgegangen, dass der Angeklagte heimtückisch die Wehrlosigkeit seiner Opfer mit einem Blick erfasst habe, heißt es in dem Urteil des BGH. Dieses sogenannte Mordmerkmal der Heimtücke könne aber nicht tragfähig belegt werden, rügten die Karlsruher Richter.

Limburger Lkw-Attacke: Verurteilung wegen versuchten Mordes hat Bestand

Der damals 33-Jährige soll im Oktober 2019 mit einem zuvor gekaperten Lastwagen an einer Ampelkreuzung absichtlich in stehende Autos gerast sein und diese aufeinander geschoben haben. 18 Menschen wurden dabei teils schwer verletzt. Bei der Urteilsverkündung im November 2020 sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Limburg, es sei ein "außergewöhnlich glücklicher Zufall", dass dabei niemand gestorben sei.

Der Angeklagte hatte im Prozess auf Erinnerungslücken, traumatische Erlebnisse in seiner Heimat und eine extrem starke Wirkung eines kurz zuvor gerauchten Joints verwiesen. Er entschuldigte sich und sagte: "Wären die Drogen nicht im Spiel gewesen, wäre das nicht passiert."

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SWR