Der Dom von Limburg. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Thomas Frey/dpa | Thomas Frey)

Nach Vorwürfen zu "übergriffigem Verhalten"

Limburg: Keine Strafanzeige gegen verstorbenen Geistlichen bekannt

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Die Staatsanwaltschaft Limburg hat nach eigenen Angaben keine Informationen über die Vorwürfe gegen den verstorbenen Geistlichen. Bei den Vorwürfen soll es um übergriffiges Verhalten gehen.

Oberstaatsanwalt Mies sagte, es habe bislang keine Strafanzeige oder Ähnliches gegeben. "Diese Vorwürfe wurden bis dato nicht im Rahmen einer Strafanzeige oder Ähnlichem an die Staatsanwaltschaft oder die Polizei herangetragen", so Oberstaatsanwalt Mies gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur. Ein Sprecher des Bistums bestätigte die Aussage der Staatsanwaltschaft. Die Klärung der Vorwürfe habe erst begonnen.

Dunkle Wolken über dem Limburger Dom (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Fredrik Von Erichsen)
Wieder ein düsteres Kapitel im Bistum Limburg. picture alliance / dpa | Fredrik Von Erichsen

Staatsanwaltschaft Limburg schließt Fremdverschulden aus

Der Leiter des Priesterseminars, Christioph May, war vergangene Woche Donnerstag bei einer Suchaktion tot aufgefunden worden. Nach einem Bericht der Frankfurter Neuen Presse hatte er einen Abschiedsbrief hinterlassen. Die Staatsanwaltschaft hatte bestätigt, dass es sich um einen Suizid handelt. Demnach gibt es keine Anzeichen auf ein Fremdverschulden.

"Die Geschehnisse erschüttern uns im Bistum Limburg und weit darüber hinaus. Der Tod trifft uns sehr, ruft Bestürzung und Fassungslosigkeit hervor und hinterlässt viele Fragen", hieß es vergangene Woche in einer Mitteilung des Bistums.

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May sei am vergangenen Mittwoch in dem persönlichen Gespräch zu "Vorwürfen übergriffigen Verhaltens" angehört worden, so wie es die entsprechenden kirchlichen Ordnungen vorsehen. Daraufhin habe Bischof Georg Bätzing ihn von allen Ämtern freigestellt, um die Vorwürfe prüfen und aufklären zu können. Details zu den Vorwürfen und zu den genauen Todesumständen wurden nicht genannt.

"Geschätzten Seelsorger verloren"

Der Tod des Priesters sei für alle im Bistum, besonders auch für den Bischof, die Personalverantwortlichen und die Bistumsleitung "sehr bedrückend". Die aufrichtige Anteilnahme des Bistums gelte der Familie des Verstorbenen. "Zugleich sind wir in Gedanken auch bei denen, die die Vorwürfe gemeldet haben", so das Bistum weiter.

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Leiter des Priesterseminars seit 2018

Christof May stammte aus dem hessischen Teil des Westerwalds. Das Amt des Regens hatte er laut Bistum im September 2018 übernommen. Zuvor war er Pfarrer der Pfarrei St. Anna Braunfels (Lahn-Dill-Kreis) sowie Bezirksdekan in den katholischen Bezirken Wetzlar und Lahn-Dill-Eder. Zu seinen Aufgaben als Regens gehörten unter anderem die Leitung der Abteilung Personalausbildung und des Limburger Priesterseminars. Im Dezember 2019 wurde May zudem zu einem von sieben Domkapitularen ernannt.

Der Leiter des Priesterseminars am Bistum Limburg, Christof May, ist tot aufgefunden worden (Foto: Bistum Limburg)
Der Leiter des Priesterseminars am Bistum Limburg, Christof May, ist tot aufgefunden worden. Bistum Limburg

Aufmerksamkeit erregte May im Oktober 2020, als er sich in einer Predigt zum Erntedank-Gottesdienst für die Erteilung der Sakramente für wiederverheiratete geschiedene Paare, ein gemeinsames Abendmahl über Konfessionsgrenzen hinweg und die Frauenordination aussprach.

Vergangene Woche Rücktritt von Dekan nach Vorwürfen

Erst in der vergangenen Woche war im Bistum Limburg der Dekan des katholischen Bezirks Westerwald, Winfried Roth, zurückgetreten. Obwohl es Vorwürfe sexueller Belästigung gegen ihn gab, war der katholische Pfarrer zum Bezirksdekan berufen worden. Bischof Bätzing hatte sich für die Entscheidung entschuldigt und die Betroffenen um Verzeihung gebeten.

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