Ein Wolf steht zwischen Bäumen und guckt frontal in die Kamera. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Symbolbild)

Zwischen Sorge und Schutzbedürfnis

Leben mit dem Wolf in Rheinland-Pfalz

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Wölfe sind in Rheinland-Pfalz mittlerweile Realität. Aber das Tier polarisiert - die einen wollen es schützen, andere fürchten um die Sicherheit ihrer Nutztiere.

Der Wolf hat sich mittlerweile in Rheinland-Pfalz wieder angesiedelt, etwa im Westerwald. Die Sorgen von Anwohnern und Landwirten soll ein Wolfs-Managementplan auffangen - aber das ist nicht ganz einfach, wenn etwa ein Pferdehof mitten im Wolfsgebiet liegt.

Meike Montabaur ist vor sieben Jahren mit ihrer Familie nach Werkhausen in den Westerwald gezogen, idyllische Ruhe, Ortsrandlage mit viel Wald drumherum. Dort betreibt sie einen Pferdehof.

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Doch seit einigen Wochen ist sie beunruhigt, denn eins ihrer zwölf Pferde wurde in seiner Box angegriffen und verletzt. Eine Wolfs-DNA konnte zwar nicht nachgewiesen werden, aber ein Wolfsangriff wurde auch nicht ausgeschlossen.

Die Spuren am Pferd und sogar in der Box sind für die Pferdehalterin aber eindeutig. "Ich weiß gar nicht, ob ich Lust habe, hier überhaupt weiter zu wohnen", sagt Meike Montabaur.

Seit zwei Jahren lebt ein Wolfsrudel rund um ihren Hof im Leuscheider Wald. Es gibt sogar Nachwuchs.

"Die Population wächst so schnell, dass wir hier am Ende des Jahres 20 Wölfe hinterm Haus haben."

Wölfe schon im Ort gesichtet

Die Tiere sind zwar scheu im Ungang mit Menschen, aber sie scheuen nicht deren Umgebung. Auch im Ort wurden sie schon gesichtet. Die Pferdehof-Besitzerin will auf jeden Fall bald einen Schutzzaun um einen Teil ihres Anwesens bauen.

"Ich sehe das relativ realistisch, dass es nicht besser wird. Das einzige, was wir machen können, ist uns zu schützen, also relativ gute Zäune zu installieren", so Maike Montabaur.

Entsprechende Schutz-Zäune fördert das Land. Denn der Westerwald ist so genanntes Wolfs-Präventionsgebiet. Und die Menschen müssen sich hier nach 150 Jahren ohne Wolf wieder an seine Gegenwart gewöhnen.

"Der Wolf kann sein Wesen nicht ändern, nur der Mensch seine Einstellung"

Dabei sei dann eher der Mensch gefragt, sagt Willi Faber, Luchs- und Wolfsexperte der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz. Wenn der Wolf etwas Fressbares suche, dann gehe er den Weg des geringsten Widerstands, so Faber. "Er ist ein Opportunist und wenn man es ihm einfach macht, dann ist es natürlich auch so, dass er zuschlägt."

Und das sei die Herausforderung, die die Bevölkerung und die Nutztierhalter meistern müssten. Der Wolfsexperte setzt deshalb auf mehr Aufklärung. Denn der Wolf kann sein Wesen nicht ändern - nur die Menschen ihre Einstellung zu ihm. Doch das ist leichter gesagt als getan, wenn Tiere verletzt oder sogar gerissen werden.

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