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Auch im Norden von Rheinland-Pfalz nehmen viele Menschen ihre gebuchten Impftermine nicht wahr und lassen sie stattdessen verfallen. Das ergab eine SWR-Recherche bei den Landkreisen.

So ist das Impfzentrum im Kreis Mayen-Koblenz in Polch eigentlich für täglich rund 800 Impfungen ausgelegt. Doch inzwischen nähmen immer häufiger viele ihre gebuchten Termine nicht wahr, sagte ein Sprecher des Kreises dem SWR. Täglich verstreichen so zwischen 100 und 200 Termine. Warum die Menschen nicht hingehen, kann der Kreis nicht sagen.

Koblenz

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Impfstoff muss nicht entsorgt werden

So wie in Mayen-Koblenz geht es auch anderen Kreisen in der Region. Nach Angaben des Rhein-Lahn-Kreises verfallen zum Beispiel etwa zehn Prozent der im Impfzentrum in Lahnstein gebuchten Termine. Es gebe aber eine große Nachrücker-Liste. So musste den Angaben zufolge noch kein Impfstoff entsorgt werden.

Rhein-Hunsrück-Kreis überbucht Impftermine

Damit kein Impfstoff übrig bleibt, vergibt der Rhein-Hunsrück-Kreis bereits mehr Impftermine, als eigentlich zur Verfügung stehen. Dadurch, dass die Termine überbucht werden, gebe es keine Probleme mit überschüssigem Impfstoff. Auch hier ist nicht klar, warum viele Angemeldete nicht zu dem gebuchten Impftermin kommen. Möglicherweise liege das daran, dass viele Menschen schon bereits über die Betriebsärzte oder den Hausarzt an eine Impfung gekommen sind.

Koblenz

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Am Nachmittag SWR4 Rheinland-Pfalz

Wartelisten bei Hausärzten sind voll

Doch auch viele Hausarztpraxen haben mit impfmüden Patienten zu kämpfen. Anja Meurer, Ärzteobfrau des Kreis Neuwied sagt, dass es immer schwieriger werde, den Impfstoff loszuwerden. "Mittlerweile sind wir in der Situation, dass wir fünfzig Patienten abtelefonieren müssen, damit einer zusagt", sagt sie. Denn die Wartelisten der Praxen sind inzwischen lang. Viele Menschen hätten schon über andere Wege eine Impfung bekommen und sich dann aber nicht von den Wartelisten streichen lassen. "Langsam gibt es ein Problem", so Meurer.

Debatten über Astrazeneca haben für Verunsicherung gesorgt

Denn viele Patienten seien auch wählerisch bei der Auswahl des Impfstoffes. Besonders die Debatten um den Impfstoff von Astrazeneca hätten viele Menschen verunsichert. Der Impfstoff sei nun zum großen Ladenhüter geworden, so Meurer. Bußgelder für mögliche Impfschwänzer hält die Ärztin aus Neuwied allerdings nicht für nötig. Das sei ein sehr hoher Aufwand für die Ärzte. Außerdem würden sich dann möglicherweise viele Leute aus Angst vor dem Bußgeld nicht auf die Liste setzen lassen.

Rheinland-Pfalz

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Guten Morgen Rheinland-Pfalz SWR1 Rheinland-Pfalz

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