Koblenzer Start-Up will "Bitte nicht stören"-Schild an Hotelzimmertür durch neue App ersetzen.

Spenden für Umweltprojekt

Freigetränk statt Zimmerreinigung im Hotel

Stand

Heute keine Zimmerreinigung! Wie ein junges Start-Up aus Koblenz das "Bitte nicht stören"-Schild in Hotels durch eine App ersetzt und damit Umweltschutz betreiben will.

Die tägliche Zimmerreinigung in Hotels verursacht Personalkosten, ist nicht gerade umweltfreundlich und wird von Hotelgästen oftmals gar nicht gewünscht. Einige Hotelketten bieten ihren Gästen deshalb schon seit Jahren an, freiwillig auf die Reinigung zu verzichten. Die Gründer der Hilfsorganisation "Project Wings" aus Koblenz brachte das auf eine Geschäftsidee: Sie entwickelten an der Hochschule Koblenz die Hotel-App WingsCoin. Das System soll dabei helfen, Spenden für ihre Umweltschutzprojekte zu bekommen. Mittlerweile ist das Start-Up mehrfach ausgezeichnet.

Statt Zimmerreinigung Freigetränk an der Hotelbar

Und so funktioniert das WingsCoin-Konzept: Mit der App können Hotelgäste über einen QR-Code die Zimmerreinigung abbestellen und erhalten im Gegenzug ein Freigetränk an der Hotelbar. Das Hotel soll so Wasser, Strom, Putzmittel und vor allem Personalkosten einsparen.

Einige Hotels in der Region Koblenz nutzen die Software bereits - zum Beispiel das Hotel Brenner in der Koblenzer Südstadt. Hotelleiterin Michaela Dietz-Markiewicz hat das System vor etwa einem Monat eingeführt: "Die Gäste finden das toll. Man muss halt noch ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten. Wir sagen es bei der Anreise und erklären das System. Und mit einem Gutschein für ein Freigetränk funktioniert das alles auch ganz gut."

Auch im Hotel Fährhaus in Koblenz wird WingsCoin seit mehreren Monaten getestet. Das Feedback der Gäste ist nach Angaben des Hotelmanagements sehr gut.

Hotels spenden für Umweltschutzprojekte von "Project Wings"

Die Zimmerreinigung abzubestellen, ist eigentlich nichts Neues. Doch das "Bitte nicht stören"-Schild durch eine App mit QR-Code zu ersetzen, bringt dem Hotel mehrere Vorteile, sagt Gründer Marc Helwing: "Mit einem Klick erhält der Hotelier eine Liste mit allen zu reinigenden Zimmern. Die kann er automatisiert per Mail an den Reinigungsservice weiterleiten."

Wenn die Kommunikation digital ablaufe, könne das Hotel besser planen, sagt Helwing: "Das hilft bei den Abläufen. Und das spart Zeit und Geld." Und mit jeder gesparten Zimmerreinigung spenden die teilnehmenden Hotels Geld an die Hilfsorganisation "Project Wings".

Spenden für größtes Recyclingdorf der Welt

Das Start-Up hat Helwing zusammen mit drei anderen Studierenden 2019 in Koblenz gegründet. Die Umweltschützer arbeiten nach eigenen Angaben derzeit vor allem an einem Projekt in Indonesien.

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Auf der indonesischen Insel Sumatra soll das größte Recyclingdorf der Welt entstehen - bestehend aus 250 Tonnen gesammeltem Plastikmüll. Mit der Hotel-App WingsCoin versuchen die Koblenzer laut Helwing ein Geschäftsmodell zu etablieren, das die Umweltschutzprojekte in Indonesien langfristig finanziell tragen soll.

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