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Fast zwei Monate lang mussten Gläubige wegen der Corona-Pandemie auf öffentliche Gottesdienste in den Kirchen verzichten. Jetzt ist das wieder möglich - aber nur unter strengen Auflagen.

Im Eingangsbereich der katholischen Liebfrauenkirche hakt ein Gemeindemitglied die Gottesdienst-Besucher auf einer Liste ab. Sie hatten sich in den Tagen zuvor für die Sontagsmesse um halb zehn angemeldet. Daneben hält eine Frau eine Flasche mit Desinfektionsmittel und sprüht die Hände der Gläubigen ab.

Die Liebfrauenkirche in der Koblenzer Alstadt. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Die Liebfrauenkirche in der Koblenzer Alstadt. (Archivbild) Picture Alliance

Küster achtet auf strenge Sicherheitsmaßnahmen

Auch sonst gelten strenge Regeln in der Kirche: Gebetbücher liegen keine aus, und Platz nehmen dürfen die Besucher nur mit Mund-Nasenmaske und auch nur im zwei Meter Abstand auf gelb markierten Plätzen in den Kirchenbänken. Küster Erwin Jung erklärt und verteidigt die Maßnahmen zu Beginn des Gottesdienstes am Sonntag: "Niemand will Sie mit diesen Maßnahmen ärgern, sondern wir wollen Sie schützen."

Pfarrer Hans Lambert macht den 50 erlaubten Besuchern in der Liebfrauenkirche in Koblenz in seiner Predigt Mut in der Corona-Zeit. (Foto: SWR)
Pfarrer Hans Lambert macht den 50 erlaubten Besuchern in der Liebfrauenkirche in Koblenz in seiner Predigt Mut in der Corona-Zeit.

Pfarrer macht Mut in Corona-Zeiten

Pfarrer Hans Lambert begrüßt froh gelaunt die erlaubten 50 Frauen und Männer und hofft, dass ihnen der Gottesdienst Mut macht in diesen schweren Tagen: "Wir wollen unseren Gottesdienst in dieser Notzeit froh und mit Zuversicht feiern." Statt wie gewohnt zur Kommunion zum Altar zu gehen, verteilt Küster Erwin Jung die Hostien an die Gläubigen in den Bänken, damit sie sich nicht begegnen.

eine Kirchenbank in der Koblenzer Liebfrauenkirche mit dem Schild "Hier können 1 bis 2 Personen aus einem Haushalt sitzen" (Foto: SWR)
Auch beim Gottesdienst in der Liebfrauenkirche gelten strenge Abstandsregeln.

Trotz aller Einschränkungen - die Koblenzer Gottesdienstbesucher sind tief bewegt. "Ich habe mich gefreut, nach so langer Zeit endlich wieder die Gemeinschaft erleben zu dürfen", sagt eine Frau. Und eine andere fügt hinzu: "Ich habe mich gefreut, dass ich wieder einen Gottesdienst miterleben kann, nicht nur im Fernsehen."

Hoffen auf weitere Lockerungen im Gottesdienst

Eine Dreiviertelstunde eine Atemschutz-Maske tragen und nur einigen wenigen Sängerinnen und Orgelklängen zu zu hören, aber selbst nicht mitsingen dürfen, das alles fällt aber auch einigen Besuchern schwer. Seine Frau könne das besser als er, sagt ein Mann. Er habe das selbst Mitsingen sehr vermisst. "Aber vielleicht lockert sich das ja auch bald wieder", hofft er.

Das hofft auch Pfarrer Hans Lambert, er bleibt aber realistisch nach dem ersten Gottesdienst in der Koblenzer Liebfrauenkirche: "Erst mal müssen wir Corona wohl überstehen. Aber für diese Form bin ich froh, dass die Menschen dabei waren."

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