Sturmtief Hendrik hat die Linde an der Sankt Anna Kapelle in Friesenhagen abgebrochen (Foto: Matthias Mockenhaupt)

Bislang nur kleinere Autounfälle

Sturmtief Hendrik entwurzelt viele Bäume im Norden von RLP

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Durch den ersten Herbststurm gab es kleinere Autounfällen und Beeinträchtigungen im Zugverkehr. Der Name des Sturmtiefs sorgte zwischenzeitlich für Verwirrung.

Nicht nur "Ignatz", sondern auch "Hendrik": Wie der deutsche Wetterdienst mitteilt, gebe es zwei Tiefs, die für den Sturm verantwortlich sind.

Einige Autounfälle durch Sturm

Bei Lahnstein und auch im Hunsrück sind nach Angaben der Polizei Autofahrer gegen umgestürzte Bäume gefahren. Auf der B260 bei Bad Ems ist laut Polizei ein Baum auf ein Auto gestürzt. Bei den Unfällen wurde den Angaben zufolge aber niemand verletzt.

Sturm beeinträchtigt Zugverkehr im Norden von RLP

Der Sturm hat auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr im nördlichen Rheinland-Pfalz. Zahlreiche Züge verspäten sich nach Angaben der Deutschen Bahn oder fallen aus. Davon betroffen sei hauptsächlich der Fernverkehr. Auf der wichtigen Verbindung entlang des Rheins von Mainz über Koblenz Richtung Köln fallen nach Auskunft der Bahn viele Züge aus.

Auch die Schnellfahrstrecke zwischen Frankfurt und Köln ist demnach betroffen. Pendler aus Montabaur zum Beispiel müssten sich auf zum Teil stundenlange Verspätungen einstellen. Die Bahn hat eine Servicehotline eingerichtet und informiert auf ihrer Internetseite über die Sturmauswirkungen. Sie rät allen Reisenden, sich vor Fahrtantritt nochmal zu informieren und, wenn möglich, die Reise zu verschieben.

Fahrgastschiff auf Mosel gegen Brücke gedrückt

In Koblenz-Güls ist in den frühen Morgenstunden ein Fahrgastkabinenschiff wegen einer Sturmböe gegen einen Brückenpfeiler gestoßen. Wie die Wasserschutzpolizei Koblenz mitteilte, war das Schiff mit 180 Personen an Bord gegen 3:30 Uhr auf der Mosel Richtung Luxemburg unterwegs. Als das Schiff die Eisenbahnbrücke durchfuhr, wurde es den Angaben zufolge von einer Böe gegen einen der Brückenpfeiler gestoßen. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden dabei die Brücke und das Schiff stark beschädigt. Personen wurden demnach nicht verletzt. Der Bahnverkehr sei für 45 Minuten gestoppt worden, um die Statik der Brücke zu prüfen. Das Schiff konnte seine Fahrt laut Polizei anschließend fortsetzen.

Durch den Unfall wurde die Brücke des Schiffs stark beschädigt. (Foto: Wasserschutzpolizei Koblenz)
Auf der Mosel bei Koblenz rammt ein Passagierschiff einen Brückenpfeiler. Die Brücke hält, der Schiffsaufbau nicht. Die Passagiere bleiben unversehrt. Wasserschutzpolizei Koblenz Bild in Detailansicht öffnen
Auch an der Eisenbahnbrücke sind Beschädigungen sichtbar. Wasserschutzpolizei Koblenz Bild in Detailansicht öffnen
Durch die Kollision wurden auch andere Teile des Schiffs beschädigt. Wasserschutzpolizei Koblenz Bild in Detailansicht öffnen

Sturm wütet auch im Westerwald

Auch im Westerwald sind wegen starker Sturmböen immer noch zahlreiche Bundes- und Landstraßen gesperrt. Nach Angaben der Polizei in Montabaur wurde eine Stromleitung in Niederelbert beschädigt. In Ötzingen fiel den Angaben zufolge ein Baum auf ein Auto, ein weiteres Fahrzeug fuhr in einen auf der Fahrbahn liegenden Baum.

In Montabaur und zwischen Höchstenbach und Wahlrod flogen laut Polizei Trampoline durch die Luft. Zwischen Hof und Nister blies der Sturm demnach eine Baustellenabsperrung weg, Bauzäune wurden umgeweht. Laut Polizei wurde niemand verletzt. Wegen des heftigen Sturms seien derzeit auch keine Waldarbeiter mit Motorsägen unterwegs. Es sei zu gefährlich, sich im Wald oder auf Alleen aufzuhalten.

Helfershuttle soll am Freitag wieder ins Ahrtal fahren

Nachdem der Helfershuttle heute ausgesetzt wurde, sollen die Fahrten laut des Organisators am Freitag wieder fortgesetzt werden. Auch auf andere Helfer-Camps im Ahrtal hat sich der Sturm ausgewirkt: In Laach hat der Wind nach Angaben des Helfershuttles ein Zelt zerstört. Wie der Helferstab mitteilte, seien außerdem an verschiedenen Orten im Tal Ausgabestellen für Essen beschädigt. So zum Beispiel in Mayschoß und Altenburg.  

Windrad im Hunsrück zerstört

Nach Angaben der Polizei Cochem wurde am Morgen in Zilshausen im Rhein-Hunsrück-Kreis das Rotorblatt einer Windkraftanlage durch eine Böe zerrissen. Die Trümmerteile wurden laut Polizei großflächig verteilt, verletzt wurde niemand.

Die Stadt Mayen rief ihre Bürger dazu auf, sich möglichst nicht im Freien aufzuhalten. Sie hat demnach vorsorglich einige Spielplätze und den Friedhof gesperrt.

Sturmtief Hendrik hat die alte Linde an der Sankt Anna Kapelle in Friesenhagen zerstört (Foto: Matthias Mockenhaupt)
Prominentes "Opfer" des Sturmtiefs Hendrik: das "Lindchen". Eine mehr als 400 Jahre alte Linde in Friesenhagen im Kreis Altenkirchen. "Es ist, als ob wir per Telefon die Nachricht bekommen hätten, dass eine gute Bekannte gestorben ist", trauert Matthias Mockenhaupt aus Friesenhagen. Die Linde neben der Sankt Anna Kapelle sei ortsbildprägend gewesen. Matthias Mockenhaupt

Stromausfall auf der rechten Rheinseite in Koblenz

Auf der rechten Rheinseite in Koblenz waren nach Angaben der Feuerwehr zahlreiche Haushalte zeitweise ohne Strom. Der Stromversorger sagte dem SWR, dass Haushalte in Niederberg, Neuendorf, Ehrenbreitstein und Urbar betroffen gewesen seien. Wie viele Haushalte konkret betroffen seien, war unklar. Der Ausfall habe etwa drei Stunden angedauert und sei mittlerweile wieder vollständig aufgehoben. Der Grund für den Ausfall war demnach ein Baum, der in die Freileitung bei Niederberg gefallen war.

In der Koblenzer Innenstadt fielen der Feuerwehr zufolge ebenfalls Bäume um. Die Feuerwehr räumt nach eigenen Angaben seit dem frühen Morgen mit Hubsteigern Straßen frei und sperrt Gefahrenstellen ab.

Einwohnerversammlung in Lahnstein abgesagt

In Lahnstein wurde die für Donnerstag geplante "Rollende Einwohnerversammlung" nach Abstimmung mit dem Forstamt wegen der unsicheren Wetterlage vorsorglich abgesagt. Das hat die Stadt mitgeteilt. Die Veranstaltung war demnach überwiegend im Freien geplant. Ein neuer Termin werde demnächst bekannt gegeben, heißt es von der Stadt.

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