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Im Koblenzer Stadtwald gibt es immer wieder Ärger mit Mountainbikern, die auf verbotenen Strecken im Wald unterwegs sind. Weil sich seit der Corona-Pandemie die Situation noch verschärft hat, haben Verwaltung, Mountainbiker und Förster nun eine gemeinsame Lösung gefunden.

Der Forstausschuss der Stadt Koblenz hat für Mountainbiker vier so genannte Korridore abseits der normalen Waldwege erlaubt. Ziel dieses Korridorkonzeptes sei es, in bestimmten Bereichen das Mountainbikefahren zuzulassen und die Radfahrer aus sensiblen Bereichen des Stadtwaldes herauszunehmen, teilt die Stadt mit.

Korridore für Mountainbike-Fahrer in der Stadt Koblenz (Foto: Stadt Koblenz)
Der Forstausschuss der Stadt Koblenz hat diese vier Korridore für Mountainbike-Fahrer freigegeben. Hier sollen die Sportler die Strecken legal nutzen können. Stadt Koblenz

Vier neue Strecken führen ins Rheintal und an die Mosel

Die längsten beiden Strecken verlaufen vom Sendeturm auf dem Kühkopf ins Rheintal, einmal in Richtung Siechhaustal und einmal in Richtung Oberwerth. Die dritte Strecke führt zur Königsbach am Rhein. Und der vierte Korridor startet vom Layer Seechen hinunter an die Mosel nach Lay.

Spaziergänger beschweren sich über Mountainbiker

Die legalen Mountainbike-Strecken sollen Ruhe in den schwelenden Streit zwischen Spaziergängern und Mountainbikern bringen. Seit der Corona-Pandemie sei der Koblenzer Stadtwald stark frequentiert, sagt Stadtförster Marc Brombach. Mehr Spaziergänger und Wanderer seien unterwegs als vor Corona und auch die Zahl der Mountainbiker sei gestiegen.

Deshalb habe es vermehrt Beschwerden bei der Stadt über die Radfahrer gegeben. Sie würden über die Waldwege rasen und keine Rücksicht auf Fußgänger nehmen, hieß es. Förster Marc Brombach kritisiert auch, dass die Radfahrer mit den dicken Reifen ihrer Mountainbikes den Waldboden schädigten. Laut Brombach sollen einzelne Biker aus Totholz und aus kleinen Bäumen, die sie zuvor gefällt haben, auch Sprungschanzen gebaut haben.

Gemeinsames Projekt von Mountainbikern und Verwaltung

Um den Ärger zu beenden, hat sich der Forstausschuss der Stadt Koblenz im vergangenen Frühjahr dafür ausgesprochen, im Koblenzer Stadtwald offizielle Rad-Strecken anzulegen. Daraufhin wurde die Stadtverwaltung damit beauftragt, gemeinsam mit den Mountainbikern mögliche Streckenverläufe zu erarbeiten.

Beteiligt war dabei maßgeblich eine Gruppe von Mountainbikern, die "MTB-Initiative Koblenz". Sie hat nach Angaben der Stadt Koblenz letztendlich in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtvermessung und Bodenmanagement das neue Korridorkonzept erarbeitet.

Förster richtet Appell an die Mountainbike-Szene

Das gemeinsame Projekt geht auf den zuständigen Revierförster Marc Brombach zurück. Seine Idee war es, bei der Planung von Anfang an die Mountainbiker mit ins Boot zu nehmen.

An alle Mountainbikefahrer richtet die Stadtverwaltung nun den Appell, das Korridorkonzept auch zu unterstützen und nur die legalen Strecken zu nutzen. Außerdem hat die Stadt ein Handbuch mit Tipps und Verhaltensregeln für Montainbiker im Stadtwald herausgegeben.

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