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Ein Autofahrer aus Nordrhein-Westfalen soll sich in der Brauselaystraße in Cochem seinen Sportwagen beschädigt haben. Seine Versicherung fordert jetzt vor Gericht die Reparaturkosten von der Verbandsgemeinde zurück.

Der Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen war nach eigenen Angaben im Sommer 2019 mit seiner Frau zum Wein- und Heimatfest in Cochem zu Besuch. Auf dem Weg zu seinem Hotel sei er durch die Brauselaystraße gefahren. Die Straße sei durch die parkenden Autos sehr eng gewesen. Um Abstand zu den Autos zu halten, sei er weit rechts in die abfallende Regenrinne gefahren. Dabei soll er auf einem Gullydeckel aufgesetzt und sich seinen Spoiler beschädigt haben.

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Straßenschäden in der Brauselaystraße in Cochem offenbar bekannt

Der Unternehmer sagte vor Gericht, er sei sehr langsam in die Brauselaystraße gefahren, weil er schon beim Einfahren erste Straßenschäden sehen konnte. Außerdem hätten er und seine Frau das Hotel gesucht und seien deshalb nur 25 bis 30 km/h gefahren. Die Hotelbesitzerin hätte ihm nach dem Unfall berichtet, dass sie mit ihrem Auto auch schon auf der Straße aufgesetzt habe. Außerdem sei bei dem Unfall ein Anwohner aus dem Haus gekommen und hätte gesagt: "Nicht schon wieder einer."

Beschädigter Sportwagen ist ein Ferrari-Topmodell

Die Versicherung des Autofahrers fordert jetzt rund 62.000 Euro zuzüglich Anwaltskosten von der Verbandsgemeinde Cochem zurück. Die Parteien hatten im Vorfeld versucht, sich außergerichtlich zu einigen, sind aber zu keinem Ergebnis gekommen.

Der Besitzer des Ferrari F40 ist ein motorsportbegeisterter Unternehmer und Oldtimer-Sammler. Nach seinen Angaben mussten die beschädigten Teile seines Sportwagens per Handarbeit in Italien repariert werden. Deshalb seien auch die Reparaturkosten so hoch, sagte er vor Gericht.

Prozess könnte ein Grundsatzproblem lösen

Die Richterin sagte, das Verfahren sei noch offen, es könne in beide Richtungen gehen. Es gebe viele solcher Fälle, die Rechtsprechung sei allerdings sehr unübersichtlich.

Wolfgang Lambertz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Cochem, sagte dem SWR vor dem Prozessauftakt, es gehe darum, ein grundsätzliches Problem zu lösen. Man müsse die Frage klären, wann eine Kommune wegen schlechter Straßen für einen solchen Schaden haften muss - und wann nicht. Der Prozess geht am 17. Juni weiter. Dann könnte ein Urteil fallen.

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