Die Grafik zeigt, wie das E-Bürgerauto aussehen wird, das künftig auf Mayen-Koblenzer Straßen unterwegs sein wird.  (Foto: Kreisverwaltung Mayen-Koblenz/AdobeStock_170735855 )

Pilot-Projekt im Hunsrück ist Vorbild

Bürger im Kreis Mayen-Koblenz können bald kostenlos E-Autos ausleihen

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Carsharing und E-Mobilität auf dem Land? Kommerzielle Anbieter haben wenig Interesse. Der Rhein-Hunsrück-Kreis zeigt, dass es funktioniert. Ab Mai zieht der Kreis Mayen-Koblenz nach.

Nach Angaben des Kreises Mayen-Koblenz befinden sich die Vorbereitungen für das Projekt "e-Bürgerauto" auf der Zielgeraden: Dabei stellt der Landkreis seinen Städten und Verbandsgemeinden für die Dauer von drei Jahren jeweils ein Elektroauto zur Verfügung, das sich dann alle Bürgerinnen und Bürger in der jeweils teilnehmenden Gemeinde kostenlos ausleihen können.

Ab Mitte Mai sollen demnach die Fahrzeuge in den Verbandsgemeinden Mendig, Pellenz, Maifeld, Rhein-Mosel, Weißenthurm sowie in den Städten Andernach, Mayen und Bendorf zur Verfügung stehen. Das Projekt funktioniert so wie das im Rhein-Hunsrück-Kreis, der damit im Jahr 2019 als Vorreiter an den Start gegangen ist.

E-Bürgerautos an unterschiedlichen Standorten im Kreis Mayen-Koblenz

Innerhalb der Städte und Verbandsgemeinden im Kreisgebiet werden die Fahrzeuge während der drei Jahre in unterschiedlichen Stadtteilen und Ortsgemeinden stationiert sein. "In einigen Kommunen erfolgt der Wechsel jährlich, in anderen nach einigen Monaten", sagt Nico Hickel, der Klimaschutzmanager des Kreises. "Durch die unterschiedlichen Standorte sollen möglichst viele Menschen im Kreis Mayen-Koblenz in den Genuss kommen, die Autos nutzen zu können."

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Nutzer sollen kostenlose E-Autos ausprobieren

Die Fahrzeuge sind für Alltagsfahrten vorgesehen, die Nutzungsdauer und die Kilometerleistung werden grundsätzlich nicht begrenzt. Es wird jedoch von ehrenamtlichen Kümmerern darauf geachtet, dass die Fahrzeuge nicht nur von einer Person dauerhaft oder für regelmäßige Fahrten gebucht werden. "Erwünscht sind kürzere Ausleihzeiträume von ein paar Stunden oder auch ein- bis zweitägige Buchungen, bei denen die Nutzer ein besseres Verständnis für den Umgang mit den Elektrofahrzeugen entwickeln können." Dabei sollen sie herausfinden können, inwieweit ein solches Fahrzeug ihren Bedürfnissen entspricht, erklärt Nico Hickel.

Pilot-Projekt im Hunsrück ist Vorbild

Die Elektro-Bürgerautos im Kreis Mayen-Koblenz lehnen sich eng an ein Projekt an, das der Rhein-Hunsrück-Kreis im Jahr 2019 begonnen hat. Der Kreis gilt als Vorreiter in Sachen Klimaschutz und wurde dafür auch als "Energiekommune des Jahrzehnts" ausgezeichnet. Eines des Vorhaben, das der Klimaschutzmanager des Kreises, Frank-Michael Uhle, angestoßen hat, war das bundesweit einmalige Projekt "E-Dorfauto": Er wollte nach eigenen Angaben auch in Sachen Mobilität etwas verändern. "Während sich in den Städten das Carsharing längst etabliert hat, war auf dem Land immer die Überzeugung, jeder muss ein eigenes Auto vor der Tür haben."

"Wir waren sehr überrascht, wie positiv das in den Orten aufgenommen wurde."

Inzwischen läuft das E-Dorfauto-Projekt im Hunsrück im dritten Jahr - und ist nach Uhles Angaben ein voller Erfolg. Nach seinen Angaben legt jeder Wagen laut Statistik im Jahr bis zu 30.000 Kilometer zurück. Zunächst war man nur von etwa 10.000 Kilometern ausgegangen. "Wir waren sehr überrascht, wie positiv das in den Orten aufgenommen wurde und richtiggehend ins Dorfleben integriert wurde." Das rechne sich nicht nur für die Natur, sondern auch für die Nutzer, die keinen Zweitwagen mehr brauchten.

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