Teilnehmer am Seminar "Photovoltaikanlagen für den Balkon" probieren aus, wie man die Panele anschließt (Foto: Hochschule Koblenz/Pressestelle)

Mitmach-Workshops der Hochschule Koblenz

Großes Interesse an Photovoltaik auf dem eigenen Balkon

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Damit hat Professor Johannes Stolz von der Hochschule Koblenz nicht gerechnet: Seine Mitmach-Workshops über Photovoltaik-Module auf dem Balkon waren in kürzester Zeit ausgebucht. Weil die Nachfrage so hoch ist, soll es Ende April weitere Workshops geben.

Ein eigenes kleines Kraftwerk, das günstig Strom erzeugt und auch noch gut für die Umwelt ist - das wünschen sich gerade viele Menschen. Und tatsächlich war es noch nie so einfach, selbst zuhause Strom zu erzeugen, sagt Professor Johannes Stolz. Er unterrichtet Elektrotechnik an der Hochschule Koblenz und hat bereits 75 Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmern gezeigt, wie sie mit einem eigenen kleinen Balkonkraftwerk Strom erzeugen können.

Professor Stolz: Balkonkraftwerk ist so simpel wie ein Staubsauger

Bei dem Workshop konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst ausprobieren, wie man so ein kleines Panel an die Steckdose anschließt. Das sei mit den sogenannten Plug-In-Modulen, die über die Steckdose funktionieren, überraschend leicht, erklärt Professor Stolz: "Aufstellen, einstecken und CO2-Sparen. Innerhalb von zwei, drei Minuten ist man damit fertig."

Das schafften nicht nur technisch begabte Menschen, sondern jeder, ist der Professor überzeugt. Ein Balkonkraftwerk ist seiner Meinung nach nicht schwerer zu handhaben als ein Staubsauger.

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Die Solarmodule können am Balkongeländer angebracht, oder auf die Terrasse oder das Garagendach gestellt werden. Damit jeder sehen konnte, wie einfach so eine Anlage zusammengebaut wird, verteilte der Professor bei den Workshops alle Einzelteile an die Teilnehmenden. Die konnten die Module in kurzer Zeit an die Steckdose anschließen.

Mit Photovoltaikanlage bis zu 150 Euro weniger Stromkosten

Ein Mann aus Vallendar war richtig begeistert, was man mit einem einzigen Solarmodul an Strom einsparen kann. Er berichtet, dass er bereits eines bei sich zuhause installiert habe. Bei dem Workshop an der Hochschule Koblenz wolle er sich nur noch mal auf den neuesten Stand bringen. "Bei Sonnenwetter reicht das für den Bedarf im Haus schon aus. Und im Jahr sparen wir tatsächlich zehn Prozent von unserem Stromverbrauch damit." Das mache bis zu 150 Euro im Jahr aus.

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Auch eine Frau aus Koblenz weiß genau, welche Stromfresser sie in ihrem Haushalt mit dem Strom vom Balkon gerne abdecken würde. "Für uns wäre das der Kühlschrank, oder der Trockner, den wir von meiner Oma bekommen haben und der sehr viel Strom verbraucht."

Mini-Kraftwerke helfen beim Energiesparen

Bis zu 600 Watt darf jeder Haushalt in sein eigenes Stromnetz einspeisen, erklärt der Professor für Elektrotechnik. Die Module kosten zwischen 300 und 600 Euro. Die Stadt Koblenz fördere solche Anlagen mit 70 Euro (für 300 Watt) beziehungsweise 140 Euro (für 600 Watt).

Eine Anschaffung, die sich nicht nur rechne, sondern auch noch gut für die Umwelt sei, so Johannes Stolz: "Kleinvieh macht auch Mist. Alleine für die Stadt Koblenz wären es mit maximaler Ausbeute bis zu 35 Millionen Kilowattstunden, die wir einsparen könnten." Vorausgesetzt natürlich, überall da, wo es möglich ist, würden solche Mini-Kraftwerke aufgebaut.

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"Und das ist was, das jeder selbst tun kann", sagt Stolz. "Da braucht man nicht sagen, wir warten auf die Bundesregierung oder wir warten auf die Landesregierung. Durch eigener Hände Arbeit kann ich das sehr schnell realisieren." Einen Wermutstropfen gibt es aber doch: Wer selbst zum Stromerzeuger werden will, braucht momentan Geduld. Der Ansturm auf solche Solarmodule sei enorm, sagt Stolz. Es gebe lange Wartelisten und deutliche Preissteigerungen.

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