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In der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz haben Wissenschaftler die Verbreitung von Aerosolen getestet. Die Betreiber erhoffen sich durch die Studie auf absehbare Zeit wieder öffnen zu können.

Seit mehreren Monaten ist die Rhein-Mosel-Halle in Koblenz, wie alle anderen Veranstaltungshallen im Land auch, wegen Corona geschlossen. Diesen Zustand möchte die Betreiber der Kongress- und Konzerthalle gerne ändern oder zumindest eine Perspektive aufgezeigt bekommen. Die Aerosol-Messung durch ein Team des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts Goslar soll ein erster Schritt in Richtung Öffnung sein.

"Wir wollen mehr Druck aufbauen, damit die Konzert- und Kongressbranche endlich wieder ans Laufen kommt", sagte der Abteilungsleiter von Kongress & Event, Frederik Wenz. Die Messung im großen Saal der Rhein-Mosel-Halle koste rund 3.000 Euro. "Ich denke, es ist richtig investiertes Geld an der richtigen Stelle, um eben genaue Schlüsse ziehen zu können."

Lebensnahe Puppe imitiert Atemausstöße

Die Forscher haben für die Messung über drei Stunden lang eine lebensgroße Puppe aufgestellt, die dabei einen Besucher simuliert, der atmet. Nach Angaben der Forscher stößt die Puppe dabei permanent ein Aerosol-Gemisch aus. So soll untersucht werden, wie sich die sogenannten Aerosole in der Raumluft verteilen und wie die Lüftungsanlage der Rhein-Mosel-Halle diese aufnimmt.

Dabei sind die Sitzreihen im großen Saal nach einem Schachbrettmuster aufgestellt. Zwei Stühle stehen direkt nebeneinander und um sie herum bleiben je zwei Plätze frei. Nach Angaben von Wenz haben so 352 Besucher Platz.

Ergebnis in Koblenz soll für bessere Verhandlungsposition sorgen

Es ginge nicht darum direkt wieder aufmachen zu können, sagte Wenz. Schließlich spiele auch das Infektionsgeschehen eine Rolle. Aber mit Hilfe der Studie und einem geeigneten Hygienekonzept erhoffen sich die Betreiber gegenüber der Stadt Koblenz eine bessere Verhandlungsposition. Ein nächster Schritt könnte auch eine Test-Veranstaltung mit richtigem Publikum sein, so Wenz.

Messungen bereits in mehreren Veranstaltungssälen durchgeführt

Das Team des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts Goslar hat bereits die Messungen in der Fruchthalle in Kaiserslautern durchgeführt. Das Ergebnis dort: Zwar konnten teilweise auch noch im Abstand von zehn Metern zu der Puppe Aerosole gemessen werden. Nach Angaben der Stadt Kaiserslautern allerdings nur in sehr geringer Menge.

Das Forschungsteam ist nach eigenen Angaben derzeit pro Woche etwa in zwei verschiedenen Veranstaltungssälen unterwegs, um eine solche Aerosol-Messung durchzuführen. Aufgrund der aktuellen Auftragslage könnte es bis zum Ergebnis für die Rhein-Mosel-Halle noch mehrere Wochen dauern. Eine erste Prognose für die Messungen in der Rhein-Mosel-Halle sei noch zu früh, sagte der Leiter des Teams, Martin Seipenbusch. Aber: "Mein erster Eindruck: es ist nicht extrem gut, aber auch nicht extrem schlecht."

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