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Die Lungenspezialistin Jutta Kappes und der Kardiologe Felix Post kümmern sich am Koblenzer Marienhof um Corona-Patienten und wissen, wie schlecht es ihnen kann. Beide setzen ihre Hoffnung auf die Impfungen, die bald starten sollen.

Auch im Norden von Rheinland-Pfalz soll es am Sonntag, 27. Dezember, mit den Impfungen losgehen. Und die beiden Mediziner des Katholischen Klinikums Koblenz Montabaur setzen große Hoffnungen darauf. Sie arbeiten am Marienhof in Koblenz und beide sagten dem Südwestrundfunk, die Impfung sei "die einzige Chance, um die Pandemie in den Griff zu bekommen". Je schneller und je mehr Menschen sich impfen ließen, desto besser. Der zweite Lockdown helfe zwar, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, er würde ihn aber nicht stoppen.

Felix Post (Mitte) ist Chefarzt für Innere Medizin und Kardiologie am Katholischen Klinikum Koblenz-Montabaur. (Foto: SWR)
Felix Post (Mitte) ist Chefarzt für Innere Medizin und Kardiologie am Katholischen Klinikum Koblenz-Montabaur.

Steiler Anstieg um den Jahreswechsel?

Der Kardiologe Dr. Felix Post rechnet deshalb auch damit, dass im Marienhof die Zahl der neuen Corona-Fälle nach Weihnachten und Silvester ansteigen könnte, wenn sich zu wenige Menschen an die Kontaktbeschränkungen halten. Dann könne es ganz schnell auch zu einem Engpass in den Kliniken kommen. Noch sei die Situation zwar relativ entspannt und es gebe noch genügend Intensivbetten, sagte Felix Post dem SWR. Doch das könne sich schnell ändern.

Genug Intensivbette, aber Personal am Limit

Bei den Ärzten und Pflegern sehe es anders aus, sie arbeiten jetzt schon am Limit und könnten eine zusätzliche Belastung kaum verkraften. Und zwar nicht nur, weil manche inzwischen selbst an Corona erkrankt oder in Quarantäne sind. Sondern auch, weil immer mehr Pfleger Angst hätten, sich mit Corona zu infizieren oder selbst zur Risikogruppe gehörten. Manche wechselten deshalb auf andere Stationen im Krankenhaus, auf denen keine Corona-Patienten gepflegt würden.

Jutta Kappes ist seit zwei Jahren Chefärztin für Pneumologie am Katholischen Klinikum Koblenz-Montabaur. (Foto: SWR)
Jutta Kappes ist seit zwei Jahren Chefärztin für Pneumologie am Katholischen Klinikum Koblenz-Montabaur.

"Mutationen sind nichts Ungewöhnliches"

Die Mutation, die jetzt bei Corona-Viren in Großbritannien und Südafrika nachgewiesen wurden, beunruhige sie dagegen momentan noch nicht zu sehr. Lungenfachärztin Jutta Kappes sagte, eine solche Mutationen seien nichts Ungewöhnliches. Sie gehe davon aus, dass der Impfstoff gegen verschiedene Coronastämme wirke - und damit auch gegen die neue Virus-Variante. Mit letzter Sicherheit könne aber natürlich auch sie das nicht sagen.

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