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Die Sonne brennt, es ist heiß, jede Abkühlung ist willkommen. Koblenzer Kleingärtner ärgern sich, dass sie in ihren Gärten keine großen Pools aufbauen dürfen - und sammeln Unterschriften.

Braun gebrannt und mit Strohhut sitzt Klaus Götz in seinem Kleingarten im Stadtteil Lützel. Es ist wieder heiß – aber wenn er sich abkühlen möchte, dann bleibt ihm momentan nur seine Solar-Dusche, denn große Gartenpools sind tabu. Eine zwei Jahre alte Vereinbarung mit der Stadtverwaltung Koblenz erlaubt lediglich Kinderplanschbecken mit einem Durchmesser von höchstens 1,50 Meter und einer Wasserhöhe von 40 Zentimetern.

"Als Erwachsener im Kinderplanschbecken - das ist keine Alternative."

Kleingärtner Klaus Götz aus Koblenz

Das ist doch viel zu klein, findet der 67 Jahre alte Rentner, gerade jetzt in den Sommerferien. Außerdem hat das Freibad auf dem Koblenzer Oberwerth wegen Sanierungsarbeiten zu. Viele Kleingärtner wollen deshalb auf ihrem Gelände mobile Schwimmbecken mit einem Durchmesser mit bis zu 3,60 Metern aufstellen, sagt Klaus Götz nach Gesprächen mit anderen Vereinsmitgliedern.

Stadt pocht weiter auf Verbot

Er hat deshalb auch in ihrem Namen an die Stadtverwaltung Koblenz geschrieben. Doch die bleibt hart und sagt Nein. Solche Garten-Pools sind in Koblenzer Kleingärten nicht erlaubt. Denn sie brächten Umweltprobleme mit sich, weil das Wasser mit Chlor behandelt werden müsse, damit es nicht umkippt, sagt der Pressesprecher der Stadt, Thomas Knaack.

Knackpunkt sei, dass das gechlorte Wasser nur über den Abwasserkanal entsorgt werden darf. Genau das sei aber in den Kleingärten nicht sichergestellt, argumentiert der Stadtsprecher.

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Kleingarten als Erlebniswelt für junge Leute?

Der Koblenzer Kleingärtner Klaus Götz sieht das anders. Er meint, es sei an der Zeit, dass Kleingärten mehr bieten als Obst, Gemüse und Grillen. In seinem Schreiben an den Koblenzer Oberbürgermeister Langner (SPD) schreibt er, ein Kleingarten "sollte grundsätzlich auch für Jugendliche zu einer Erlebniswelt werden."

"Chlor baut sich an der frischen Luft ab."

Kleingärtner Klaus Götz aus Koblenz

Klaut Götz hat früher als Bademeister in einem Schwimmbad der Bundeswehr gearbeitet und er ist sicher, dass sich der Chlorgehalt im Wasser an der frischen Luft verflüchtigt. Ein Umweltproblem sieht er deshalb nicht. "Ich kippe das an meine Zucchini und an die Kartoffeln. Und ich wässere den Rasen damit."

Doch die Stadtverwaltung Koblenz bleibt dabei – es gibt keine Erlaubnis für große Pools auf dem Kleingarten-Gelände in Lützel: Dort fehle die Möglichkeit, das mit chemischen Mitteln behandelte Wasser über die Kanalisation zu entsorgen. Und zum Blumen gießen sei es nicht geeignet, heißt es.

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