Mit einer Drohnenaufnahmen dokumentieren Mitarbeiter der Stadt zurzeit besonders heiße Orte in Koblenz. (Foto: SWR)

Mehr als 50 Grad auf vielen Parkplätzen

Gegen die Hitze: Stadt Koblenz sucht mit Drohne nach heißen Orten

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Mit Drohnenaufnahmen dokumentieren Mitarbeiter der Stadt zurzeit besonders heiße Orte in Koblenz. Mit Hilfe der Fotos soll klarer werden, was es genau braucht, um die Stadt abzukühlen.

Mindestens drei Tage in Folge muss es nach Angaben der Stabsstelle Klimaschutz der Stadt sehr warm sein, damit die Drohne für Bilder in den Himmel geschickt werden kann. Denn die Drohne ist mit einer speziellen Wärmebildkamera ausgestattet, die Fotos von der Umgebung macht und gleichzeitig die Temperatur misst und farblich abbildet.

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Viel Beton heißt mehr Hitze

Rot eingefärbt sind die Fotos häufig wenn sie Gebäude, Dächer oder Parkplätze zeigen, denn hier wird es besonders heiß. "Ein Parkplatz kann sich nach mehreren heißen Tagen zum Beispiel bis auf 50 Grad aufheizen," erklärt Carola Conradi von der Stabsstelle für Klimaschutz. Auf einem Dach könnten es sogar bis zu 70 Grad werden.

Bei den aktuellen Messungen habe es sich bereits gezeigt, dass es zum Beispiel im Gewerbegebiet Rauental oft sehr hohe Temperaturen gebe. Die Messungen für den Innenstadtbereich stünden noch aus.

Mit einer Drohnenaufnahmen dokumentieren Mitarbeiter der Stadt zurzeit besonders heiße Orte in Koblenz. (Foto: SWR)
Auf dem Foto der Wärmebildkamera sind besonders heiße Orte - zum Beispiel Gebäude oder Parkplätze - mit rote Farbe gekennzeichnet.

Passgenaue Lösungen für Hotspots

Mit Hilfe der Drohnenaufnahmen will die Stadt nach eigenen Angaben genau diese Problembereiche ausfindig fanden. Mit den Werten soll dann die veraltete Klimafunktionskarte aktualisiert werden. Für die Hitze-Hotspots sollen anschließend passgenaue Lösungen entwickelt werden, um Koblenz im Hochsommer kühler zu bekommen.

Zu diesen Maßnahmen könnte beispielsweise das Entsiegeln großer Asphaltflächen gehören. Das heißt: Parkplätze könnten künftig nicht mehr betoniert, sondern mit Kies oder Splitt bedeckt werden, damit Regenwasser ins Grundwasser sickern kann. Auch andere Asphaltsorten und -farben, die weniger Wärme abgeben, könnten eine Alternative darstellen.

Klimaschutz heißt: Mehr Grün in der Stadt

Besonders wichtig seien aber vor allem Pflanzen, sagt Conradi: "Die Hotspots sollen kühler und lebenswerter gemacht werden." Das könne gelingen, indem mehr Bäume und Büsche gepflanzt, neue Grünflächen angelegt und Fassaden und Dächer begrünt werden.

Nach Angaben der Stabsstelle für Klimaschutz zeigen die Drohnen-Aufnahmen der Infrarotkamera in Koblenz deutlich, dass es überall dort, wo Bäumen stehen, viel kühler ist, als auf den asphaltierten Parkplätzen.

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