Das Feuerwerk von Rhein in Flammen über der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz (Foto: SWR)

"Rhein in Flammen" am Mittelrhein Kleine Brände und viele Besucher

Beim traditionellen Feuerwerk von "Rhein in Flammen" ist es in der Nacht zum Sonntag in Koblenz zu mehreren kleinen Bränden gekommen. Umher fliegende Funken setzten trockene Sträucher in Brand.

Als nach 23 Uhr das Abschlussfeuerwerk von der Festung Ehrenbreitstein abgeschossen wurde, flogen immer wieder Funken in den Hang, der die Festung vom Rhein trennt. Dort setzten sie Sträucher in Brand, sodass insgesamt vier Brandherde entstanden.

Dauer

Nach rund zehn Minuten gelang es der Feuerwehr, sie zu löschen. Trotz der Brände sieht sich die Koblenzer Feuerwehr in ihrem Sicherheitskonzept bestätigt. Im Vorfeld hatte sie aufgrund der Trockenheit unter anderem ihr Einsatzpersonal verstärkt. Außerdem war der Abschuss des Feuerwerks verändert worden, damit es möglichst schon in der Luft komplett verglüht. Auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera wurde eingesetzt, um Brandherde frühzeitig zu entdecken.

Polizei meldet keine Probleme an Land

An Land sowie an Bord von rund 60 festlich geschmückten Schiffen ging das traditionsreiche Lichterspektakel am Sommerhimmel weitgehend reibungslos über die Bühne, wie die Polizei mitteilte. Der alljährliche Schiffskonvoi war laut den Veranstaltern wieder der größte Deutschlands. Parallel ging entlang des Rheins ein Sommerfest von Freitag bis Sonntag über die Bühne - mit Flaniermeile und Konzerten.

Anders für regelmäßige Besucher des Spektakels war der Anblick der Schiffsfahrten: Aufgrund des niedrigen Wasserstandes im Rhein konnte der Konvoi an Schiffen zwischen Spay und Koblenz nicht wie gewohnt in Dreierreihen fahren, sondern lediglich in Zweierreihen.

Mehr Besucher als erwartet

Die Polizei zählte am Samstagabend rund 120.000 Besucher. Die Veranstalter hatten im Vorfeld mit rund 100.000 Menschen gerechnet. Kostenlose Pendelbussen brachten sie in die Stadt, zusätzliche Nachtfahrten zum Teil auch zurück.

Das Veranstaltungsgelände an Rhein und Mosel wurde nach Angaben der Polizei mit Videokameras überwacht. Die Aufnahmen wurden laufend ausgewertet. Die Partymeilen waren in Abschnitte aufgeteilt, die man im Notfall einzeln evakuieren hätte können. Zu viele Besucher in diesen Bereichen hätten nach Auskunft der Koblenz Touristik eine vorübergehende Sperrung zur Folge gehabt.

Die Polizei sperrte außerdem mehrere Straßen und Zufahrten ab, um Attentate mit Fahrzeugen auf dem Festgelände zu verhindern.

Mehr als 300 Künstler auf acht Bühnen

Bei dem dreitägigen Sommerfest in Koblenz sorgten auf acht Bühnen und Spielflächen entlang des Rheinufers mehr als 300 Künstler für Unterhaltung.

Die Tradition der Feuerwerke über dem Flusstal reicht weit zurück: Bereits 1756 wurde zu Ehren des Kurfürsten Johann Philipp von Walderdorff ein Feuerwerk gezündet. Mittlerweile bieten zahlreiche Gemeinden ein eigenes "Rhein in Flammen" an.

STAND