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Pater Josef Kentenich ist der Begründer der weltweiten katholischen Bewegung der Schönstätter, die ihren Sitz in Vallendar hat. Gegen ihn gibt es nun Missbrauchsvorwürfe, die das Bistum Trier untersuchen will.

Seit 1975 läuft ein Seligsprechungsprozess für Pater Josef Kentenich. Nun allerdings stehen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Ordensschwestern und Machtmissbrauch gegen ihn im Raum.

Das geht aus Dokumenten hervor, die die Historikerin Alexandra von Teuffenbach vor kurzem in den vatikanischen Archiven in Rom erstmals einsehen konnte. Demnach hätten sich mehrere Ordensschwestern in Briefen an den Papst gewandt. Bislang waren diese Dokumente unter Verschluss. Das Bistum Trier will nun mit einer Historiker-Kommission alle Unterlagen untersuchen und mit Blick auf eine mögliche Seligsprechung bewerten.

Kentenich in den 1940 Jahren von der Kirche verbannt

1949 gab es eine sogenannte päpstliche Visitation aus Rom, in deren Folge Pater Kentenich nach Amerika verbannt und von den Schönstättern getrennt wurde. Die Hintergründe dazu sind unbekannt. Die Historikerin von Teuffenbach legt in einem aktuellen Interview auf "katholisch.de" nahe, dass die Verbannung zumindest inoffiziell mit den Vorwürfen gegen Kentenich im Zusammenhang stehe. 1965 erhielt er vom Papst die Erlaubnis, nach Schönstatt zurückzukehren.

Schönstätter begrüßen Untersuchung

Die Schönstätter selbst schreiben im Internet, sie begrüßten den Schritt des Bistums und erhofften sich Klarheit über ihren Gründer. In einer ersten Reaktion, hatten sie die Vorwürfe noch zurückgewiesen.

Kentenich hatte 1914 eine Marianische Kongregation in Vallendar bei Koblenz gegründet, aus der später das Schönstattwerk hervorging. Er wurde 1885 in Köln geboren und starb 1968 im Vallendarer Stadtteil Schönstatt.

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