Glasscherben und ein Schild mit der Aufschrift "Geldautomat": Immer wieder werden auch in Rheinland-Pfalz Geldautomaten gesprengt, zuletzt am frühen Montagmorgen in Kaisersesch im Kreis Cochem-Zell.

Polizei bittet um Zeugenhinweise

Unbekannte sprengen Geldautomaten in Kaisersesch

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Immer wieder werden in Rheinland-Pfalz Geldautomaten gesprengt - zuletzt am frühen Montagmorgen in Kaisersesch im Kreis Cochem-Zell.

Wie die Polizei berichtet, wurde der Geldautomat gegen 2:30 Uhr in einem Einkaufsmarkt in Kaisersesch gesprengt. Danach seien die Täter in einem dunklen Fahrzeug geflüchtet, vermutlich mit niederländischer Zulassung. Die Polizei bittet jetzt, mögliche Zeugen sich zu melden. Noch ist demnach unklar, ob tatsächlich Geld entwendet wurde und wie hoch der Schaden ist.

2022 in RLP schon mehr Geldautomaten als 2021 gesprengt

Erst am 10. Juni war am frühen Morgen ein Geldautomat in Kaisersesch gesprengt worden. Mehrere Anrufer alarmierten damals gegen 4 Uhr die Polizei. Zeugen gaben später an, dass sie einen dunklen Audi mit vermutlich belgischem Kennzeichen gesehen hätten, der mit mindestens zwei Insassen geflüchtet sei.

Geldautomaten sind nach Angaben des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamtes (LKA) beliebte Ziele: In diesem Jahr gab es demnach bis Mitte Juli schon 26 Taten. Zum selben Zeitpunkt waren es im Vorjahr nur 13. In den vergangenen Wochen hat es "Sprengangriffe" auf Geldautomaten unter anderem in Mainz, Salmtal (Kreis Bernkastel-Wittlich), Kroppach im Westerwald und in Ludwigshafen geben.

LKA Rheinland-Pfalz rechnet mit weiteren Geldautomaten-Sprengungen

Ende Juni war ein Schlag gegen eine mutmaßliche Bande von Geldautomaten-Sprengern bekanntgeworden, die insgesamt zwölf Taten in Deutschland verübt haben soll - darunter sechs in diesem Jahr in Rheinland-Pfalz. Die Festnahmen erfolgten in den Niederlanden und in Belgien. Den angerichteten Schaden der Taten hatten die Ermittler auf insgesamt mehr als vier Millionen Euro beziffert.

Dem LKA liegen nach eigenen Angaben keine Hinweise dafür vor, dass solche Festnahmen "eine abschreckende Wirkung" haben. "Dem Täterkreis in den Niederlanden sind aufgrund vorliegender Erkenntnisse mehreren hunderte Personen zuzurechnen, die die Taten in wechselseitiger Zusammensetzung begehen", sagte ein LKA-Sprecher: Wegen der vielen Tatgelegenheiten sei es wahrscheinlich, dass trotz vereinzelter Festnahmen weiter nachrückende Tätergruppen aus den Niederlanden Geldautomaten in Deutschland sprengen werden.

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