Das Schild am Eingang des Justizgebäudes in Koblenz (Foto: IMAGO, IMAGO / Thomas Frey)

Vorfall auf dem Schulweg am Moselufer

15-Jähriger soll auf Koblenzer Schüler eingestochen haben

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Ein Koblenzer Schüler ist auf dem Weg zur Schule Opfer eines Messerangriffs geworden. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat einen entsprechenden Bericht der Rhein-Zeitung bestätigt.

Der Vorfall hat sich demnach bereits morgens am Nikolaustag ereignet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Zwölfjährige auf einem Fuß- und Fahrradweg in der Nähe des Koblenzer Moselufers unterwegs. Dort traf er auf den 15-jährigen mutmaßlichen Täter, mit dem es eine körperliche Auseinandersetzung gegeben haben soll.

Der 15-Jährige soll den Jungen dann mit einem Messer am Bauch verletzt haben. Eine SWR-Nachfrage hat ergeben, dass die Klinge des Messers achteinhalb Zentimeter lang war. Der Zwölfjährige musste nach dem Angriff in einem Koblenzer Krankenhaus operiert werden. Wie die Staatsanwaltschaft berichtet, befindet er sich nicht in Lebensgefahr.

Mutmaßlicher Täter befindet sich in U-Haft

Der mutmaßliche Täter konnte bereits am Tattag vorläufig festgenommen werden. Der zuständige Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Koblenz hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen der Schwere der Tat einen Haftbefehl erlassen. Der Beschuldigte befindet sich demnach derzeit in Untersuchungshaft in einer Jugendstrafanstalt.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz führt nach eigenen Angaben jetzt ein Ermittlungsverfahren gegen den 15-Jährigen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung. Der mutmaßliche Täter schweige bisher zu den Vorwürfen, die ihm gemacht werden.

Täter und Opfer kannten sich

Die betroffene Schule ließ über die zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) wissen, dass es sich sowohl bei dem 12-jährigen Opfer wie auch dem mutmaßlichen Täter um Schüler der Schule handelt. Zwischen den beiden habe es schon früher Streit gegeben - am Nikolausmorgen sei die Auseinandersetzung "eskaliert".

Schüler werden psychologisch betreut

Die Schule weist in ihrem Statement zudem die im Artikel der Rhein-Zeitung geäußerte Kritik zurück, dass sie versucht habe, "den Vorfall herunterzuspielen". Man habe schnell darauf reagiert und unter anderem auch die Eltern zeitnah informiert. Auch seien der schulpyschologische Dienst und Krisenpräventionskräfte der Polizei miteinbezogen worden, um die Schüler bei der Bewältigung der Tat zu unterstützen.

"Gewalt - in welcher Form auch immer - hat keinen Platz in unserer Gesellschaft und erst recht nicht an unserer Schule."

Der Schulleiter erklärte: "Uns erschüttert dieser Vorfall, da das physische und psychische Wohlergehen der uns anvertrauten Kinder für uns die oberste Priorität besitzt. Gewalt - in welcher Form auch immer - hat keinen Platz in unserer Gesellschaft und erst recht nicht an unserer Schule."

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SWR