Eine Schaukel hängt auf einem Kinderspielplatz. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)

Wohngruppen in Dierdorf sind beunruhigt

Umstrittener Kinderpsychiater hat auch in RLP gearbeitet

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In Rheinland-Pfalz haben mindestens 17 Jugendhilfe-Einrichtungen mit dem umstrittenen Bonner Kinderpsychiater Winterhoff zusammengearbeitet oder tun dies weiterhin. Das teilte das Familienministerium mit.

Nach Recherchen des WDR soll Winterhoff Kindern über Jahre ruhigstellende Medikamente verschrieben haben, die gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen können. Winterhoff bestreitet die Vorwürfe.

Das rheinland-pfälzische Familienministerium spricht bei fünf Jugendhilfe-Einrichtungen von einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Kinderpsychiater. Das Landesjugendamt werde die Sachlage prüfen. Darüber hinaus geben neun Jugendämter an, in Einzelfällen mit Winterhoff zusammengearbeitet zu haben oder dies noch zu tun. Die Bilanz ist vorläufig. Noch haben sich den Angaben zufolge nicht alle Heime und Jugendämter geäußert.

HPW in Dierdorf hat erste Konsequenzen gezogen

Laut Ministerium besteht in mindestens einem Fall der Verdacht, dass das sedierende Medikament Pipamperon ohne Zustimmung der Eltern verordnet worden sein soll. Familienministerin Katharina Binz (Grüne) hat angekündigt, alle Vorwürfe aufzuklären.

Bereits im August hatten die Heilpädagogischen Wohngruppen (HPW) in Dierdorf (Landkreis Neuwied) auf ihrer Internetseite mitgeteilt, dass "die in den Medien erhobenen schwerwiegenden Vorwürfe gegen einen Kinderpsychiater, der auch Klienten in unserer Einrichtung betreut hat", beunruhigend seien. Alle vereinbarten Termine in der Praxis des in der Kritik stehenden Facharztes mit in der HPW lebenden Kindern seien abgesagt worden, heißt es weiter.

Außerdem finden den Angaben zufolge mit jedem Kind Gespräche mit allen Beteiligten statt, sowie ein gemeinsames Gespräch mit allen betroffenen Familien und Vormündern, zu dem auch ein externer Supervisor eingeladen worden ist.

Dernau

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