Spezialkräfte wie diese können in der ehemaligen Jugendherberge in Montabaur trainieren. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Trainingszentrum für Polizei, Bundeswehr und Feuerwehr

Bewaffnete Spezialkräfte üben in Ex-Jugendherberge Montabaur

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Christoph Bröder

Wo einst Schulklassen übernachteten, üben jetzt bewaffnete Spezialkräfte. Ein Westerwälder Unternehmen macht aus der ehemaligen Jugendherberge ein Polizei-Trainingszentrum.

Bundespolizei, Bundeswehr oder Auswärtiges Amt – die Liste der Behörden ist lang, mit der das Westerwälder Unternehmen Proreta Tactical bereits zusammengearbeitet hat. Seit zwei Jahren betreiben sie ein Trainingszentrum in Boden im Westerwald. Aktuell bauen sie die ehemalige Jugendherberge in Montabaur zu einem zweiten, größeren Trainingszentrum um.

"Aufgrund der Größe des Gebäudes können Behörden hier ganz unterschiedliche Szenarien trainieren, etwa Durchsuchungen, Amok-Gefahr oder Fälle von häuslicher Gewalt", erklärt Alexander Keul, Geschäftsführer von Proreta Tactical. Die Spezialkräfte benutzen dabei spezielle Waffen mit Farbpatronen, die echten Waffen nachempfunden sind. Aber auch Feuerwehren sollen in der ehemaligen Jugendherberge üben können, etwa wie man über mehrere Stockwerke Schläuche verlegt.

Die ehemalige Jugendherberge in Montabaur. (Foto: SWR)
Die ehemalige Jugendherberge in Montabaur.

Trainingszentrum ausschließlich für Einsatzkräfte

Wie Keul weiter mitteilt, ist das Trainingszentrum ausschließlich für Behörden und Hilfskräfte gedacht, zum Beispiel Feuerwehren. Daher müsse sein Unternehmen besondere Sicherheitsstandards erfüllen. Die ehemalige Jugendherberge wurde daher bereits eingezäunt. Keul kennt die Anforderungen von Spezialkräften gut, denn er war selbst neun Jahre lang Mitglied bei der Spezialeinheit GSG 9 der Bundespolizei.

Kein vergleichbares Trainingszentrum in der Region

Früher hätten Behörden wie Polizei oder Bundeswehr ihre eigenen Trainingszentren gehabt. Aufgrund von Umstrukturierungen und aus Kostengründen würden sie aber heute auch auf private Angebote wie die seines Unternehmens zurückgreifen, erklärt Alexander Keul. Ein Trainingszentrum in der Größe der ehemaligen Jugendherberge gebe es nicht oft. Daher hätten sie Anfragen von Einsatzkräften aus ganz Europa.

Ex-Jugendherberge soll erweitert werden

Im Gebäude der ehemaligen Jugendherberge trainieren schon jetzt verschiedene Einsatzkräfte. Alexander Keul hat mit dem gesamten Areal aber noch mehr vor. Etwa den Bau einer zusätzlichen Trainingshalle und einer Lagerhalle. "Wir möchten den Einsatzkräften künftig auch Übernachtungsmöglichkeiten bei uns anbieten, damit sie mit all ihrer Ausrüstung nicht ins Hotel müssen", erklärt der Geschäftsführer.

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