Wanderer entdeckten Tier in St. Goarshausen

Jäger rettet hilfloses Rehkitz am Loreleyfelsen

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Ein Jäger hat am Pfingstmontag am Loreleyfelsen einem hilflosen Rehkitz geholfen. Wanderer hatten das abgestürzte Tier am Rande des Weges entdeckt und die Polizei gerufen.

Wie die Wildtierhilfe an der Loreley mitteilt, hatten Wanderer gesehen, wie das Tier mehrere Meter einen Abhang hinunter gestürzt war. Nach Angaben der Polizei St. Goarshausen gingen daraufhin zahlreiche Notrufe ein. Die Polizei verständigte den zuständigen Jagdaufseher, Jens Brod.

Rehkitz verletzte sich beim Sturz

Als der am Fundort ankam, konnte er nach eigenen Angaben sehen, dass das Rehkitz verletzt war. Er habe zunächst gedacht, dass der Vorderlauf gebrochen sei, erzählt der Jäger. Bei näherer Untersuchung habe sich aber herausgestellt, dass die Verletzungen weniger schlimm waren als befürchtet. Die mitgebrachte Waffe, um das Tier zu erlösen, habe er deshalb nicht nutzen müssen.

"Hätte ich das Tier liegengelassen, dann wäre es gestorben."

Die Mutter des Tieres sei vermutlich nicht weit weg gewesen, sagt Brod. Dennoch: Ohne Hilfe hätte das Kitz nicht überleben können, ist sich der Jagdaufseher sicher: "Hätte ich das Tier liegengelassen, dann wäre es gestorben." Deshalb habe er den Entschluss gefasst, den kleinen Rehbock mitzunehmen.

Ganz vorsichtig habe er das Tier mithilfe von Handschuhen in seinen Rucksack gepackt. Das Rehkitz sei zunächst nicht begeistert gewesen und habe sich lautstark gewehrt, aber der Widerstand war Brod zufolge nur von kurzer Dauer: "Als es im Rucksack war, war es ganz ruhig. Da hat es sich anscheinend wohl gefühlt."

Kitz 210 Stufen im Rucksack zum Fuß der Loreley getragen

Der Jäger brachte das Rehkitz 210 Stufen nach unten bis zum Fuß des Loreley-Felsens. Noch während des Rückwegs nahm Brod Kontakt zur Wildtierhilfe an der Loreley auf. Unten angekommen, übergab der Jäger das Kitz dann an den Betreiber der Wildtierhilfe, Marko Weber.

Marko Weber, Betreiber der Wildtierhilfe an der Loreley, hält das Rehkitz auf seinen Armen.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Polizei Sankt Goarshausen)
Marko Weber, Betreiber der Wildtierhilfe an der Loreley, hält das Rehkitz auf seinen Armen. picture alliance/dpa/Polizei Sankt Goarshausen

"Als es im Rucksack war, war es ganz ruhig. Da hat es sich anscheinend wohl gefühlt."

Nach Angaben der Wildtierhilfe ist das Kitz etwa vier bis fünf Wochen alt. Beim Sturz habe es sich mehrere Prellungen, Schürfwunden und vermutlich auch eine Gehirnerschütterung zugezogen. Nach der ganzen Aufregung wollte der Rehbock zunächst nichts trinken - am Dienstag sei der Durst dann aber zurückgekehrt.

Loreley-Rehkitz soll wieder ausgewildert werden

Das Rehkitz wird jetzt bei der Wildtierhilfe aufgepäppelt - dort werden derzeit auch eine ganze Reihe anderer Kitze versorgt. Sobald der Rehbock fit genug sei, dürfe er ins Außengehege, so die Tierschützer. Wenn alles gut laufe, könne das Tier gegen Ende des Jahres wieder ausgewildert werden.

Für Jens Brod war es nicht die erste Rettungsmission dieser Art. Wie der Jäger mitteilt, gehört es zu den Aufgaben der Jäger, Rehkitze beispielsweise vor dem Mähen aus Feldern zu retten: "Wir suchen die Tiere und bringen sie in Sicherheit, bis der Bauer fertig ist." Wichtig beim Umgang mit den Kitzen sei, dass kein menschlicher Geruch auf das Tier übertragen werde, sagt Brod, weil die Ricken den Nachwuchs sonst verstoßen würden.

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