STAND

Das Hin und Her bei Astrazeneca verunsichert viele. Zuletzt gab es den Beschluss von Bund und Ländern, diesen Corona-Impfstoff nur noch an über 60-Jährige zu verimpfen. Ein Einblick ins Impfzentrum Landkern im Kreis Cochem-Zell.

Am Dienstagabend, kurz nachdem der neue Beschluss zu Astrazeneca veröffentlicht wurde, machten sich die Organisatoren im Impfzentrum in Landkern im Kreis Cochem-Zell schon Gedanken darüber, wie man mit den geplanten Astrazeneca-Impfungen am nächsten Tag umgehen soll. Insgesamt 99 Termine mit dem Impfstoff waren für den Mittwoch angesetzt.

Unter 60-Jährige bekommen neue Termine mit anderem Impfstoff

Bereits am Eingang vom Impfzentrum in Landkern wurden dann die unter 60-Jährigen am Mittwoch über die aktuelle Situation informiert. Sie kamen auf eine Warteliste und erhalten noch ein Impfangebot mit einem anderen Impfstoff, erklärt Daniel Schauf, stellvertretender Impfkoordinator in Landkern.

Auch der 30-Jährige Erik Deisen hatte zum Beispiel seinen Impftermin für diesen Tag abgesagt - auf eigenen Wunsch, wie er gegenüber dem SWR sagt. Er leidet an Diabetes Typ I: "Ich wurde auf den nächsten Termin verschoben, damit ich mit Biontech oder etwas anderem geimpft werden kann." Er sei vor allem deshalb verunsichert, weil er nicht wisse, wie die Zweitimpfung beim Astrazeneca-Impfstoff aktuell laufe.

Auch über 60-Jährige sind verunsichert

Die Verunsicherung über den Impfstoff ist groß - sowohl bei den unter 60-Jährigen als auch bei älteren. Drei über 60-Jährige wollten am Mittwoch nicht mit Astrazeneca geimpft werden, sie brachen die Impfung ab. "Gerade bei den über 60-Jährigen war schon Enttäuschung und Verunsicherung zu spüren", sagt Daniel Schauf. Auch die über 60-Jährigen werden auf eine Warteliste gesetzt, sagt Schauf. Sie würden von der Impfdokumentation Rheinland-Pfalz angeschrieben und bekommen einen neuen Termin mit einem anderen Impfstoff.

"Gerade bei den über 60-Jährigen war schon Enttäuschung und Verunsicherung zu spüren."

Daniel Schauf, stellv. Impfkoordinator, über die Reaktionen zum umstrittenen Astrazeneca-Impfstoff

Es gibt aber auch Ausnahmen: Drei unter 60-Jährige wollen sich trotz Bund-Länder-Beschluss und Stiko-Empfehlung mit Astrazeneca impfen lassen. "Das hat einen beruflichen Hintergrund", erklärt Impfkoordinator Daniel Schauf. "Alle drei Personen waren aus der Pflege und aufgrund der beruflichen Verantwortung wollten sie trotzdem Astrazeneca verabreicht bekommen." Die übrig gebliebenen Impfdosen Astrazeneca in Landkern werden laut Impfkoordinator nun entweder an Ersatzpersonen verimpft oder im Kühlschrank gelagert, bis neue Termine vergeben werden.

Bund und Länder hatten auf Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) angekündigt, die Impfung mit Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren auszusetzen und nur noch ältere Menschen damit zu impfen. Hintergrund sind vereinzelte Fälle von Hirnvenenthrombosen bei geimpften Frauen.

Koblenz

Aktuelle Nachrichten zum Nachlesen Blog: Corona-Lage im nördlichen Rheinland-Pfalz

Die Corona-Fallzahlen steigen in vielen Städten und Kreisen wieder. Alle aktuellen Infos zur Corona-Pandemie sammelt das SWR-Studio Koblenz in einem Corona-Blog für den Norden von Rheinland-Pfalz.  mehr...

STAND
AUTOR/IN