Helfer-Shuttle bringt freiwillige Helfer und Helferinnen ins Ahrtal. Helfer tragen in der Hand Gummistiefel und Schaufeln.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Thomas Frey)

Helfer-Shuttle in Sorge

Im Ahrtal fehlen Helfer

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Im Ahrtal werden die Helfer knapp. Als Gründe dafür nennen die Macher des Helfer-Shuttles den Ukraine-Krieg, die hohen Spritpreise und Corona-Infektionen. Vor allem am Wochenende würden freiwillige Helfer für Pflanzaktionen fehlen.

An Werktagen kämen noch jeweils 80 bis 100 Helfer und Helferinnen, um Putz und Bodenbeläge in beschädigten Häusern zu entfernen, damit diese trocknen könnten, sagt der Initiator des Helfer-Shuttles in Grafschaft, Marc Ulrich. Das genüge auch, aber am Wochenende sei der Bedarf höher.

An Samstagen würden etwa 450 Menschen gebraucht. Denn dann stehe zurzeit auch immer eine große Begrünungsaktion in zerstörten Gärten auf dem Plan, so Ulrich. Am vergangenen Wochenende seien aber nur 270 freiwillige Helfer angereist.

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Corona-Zahlen, Spritpreise und Ukraine-Krieg sind mögliche Gründe

Als Gründe nennt Ulrich unter anderem die hohen Corona-Zahlen und die gestiegenen Spritpreise, die Ehrenamtliche nicht noch zusätzlich stemmen könnten. Außerdem würden viele Helfer jetzt lieber Kisten mit Sachspenden für Ukrainer packen, angesichts des Krieges in deren Heimat. "Man kann das Leid der einen mit dem Leid der anderen nicht aufwiegen", sagt der Unternehmer. "Aber es bleibt dabei, dass auch hier noch Helfer benötigt werden." 

Für die Begrünungsaktion mit dem Namen "We Ahr back" gibt es laut Helfer-Shuttle-Service 365 Aufträge von Flutopfern für insgesamt mehr als 76 000 Quadratmeter Gärten. Pflanzen und Samen werden laut Ulrich gespendet.

Helfer-Shuttle fährt nur am Wochenende

Samstags und sonntags werden die Helfer den Angaben zufolge noch in Bussen
von einem Sammelplatz in Grafschaft ins Ahrtal gefahren, während sie werktags mit eigenen Autos zu ihren Einsatzorten fahren. Der Bus-Shuttle am Wochenende soll noch bis Ende Mai im Einsatz sein. Wie es danach weitergehe, stehe noch nicht fest, so Ulrich.

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