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In vielen Gemeinden im Norden von Rheinland-Pfalz sind Hundehaufen, die nicht weggemacht werden, ein echtes Problem. Eine Hundebesitzerin aus Urmitz wollte mit einer Aktion darauf aufmerksam machen.

Die 50-jährige Hundebesitzerin geht jeden Tag zwei bis dreimal mit ihrem schwarzen Großpudel Max in Urmitz spazieren. Auf einer Streuobstwiese am Ortseingang entdeckte sie dabei in der vergangenen Woche ein großes selbstgebasteltes Schild mit der Aufschrift: "Dein Herrchen ist eine Sau" - überall um das Schild verteilt hätten alte Hundehaufen gelegen.

Die Idee fand die Urmitzerin so gut, dass sie spontan mit ihrer Tochter zusammen eigene Schilder bastelte. Den Spruch "Dein Herrchen ist eine Sau" behielten sie. 120 kleine Schilder eingepackt in Klarsichtfolie entstanden so und wurden ordentlich durchnummeriert. "Wir wollten sehen wie viele Haufen es wirklich sind", so die Hundebesitzerin.

Grüne Wiese in Urmitz mit zahlreichen weißen Schildern, die Hundehaufen markieren. (Foto: SWR)
Das große Schild mit der Aufschrift "Mein Herrchen ist eine Sau" war das erste Schild.

120 Schilder waren zu wenig

Die Schilder verteilte die 50-Jährige entlang einer beliebten Gassi-Geh-Runde innerhalb von Urmitz. Schnell seien alle Schilder weg gewesen. "Wir hatten am Ende etwa 40 Schilder zu wenig."

Gerade in der letzten Zeit seien es immer mehr Hundehaufen geworden. Überall auf den Wiesen am Wegesrand liegen noch alte Haufen - zum Teil sind sie schon verschimmelt. "Hier an der Bushaltestelle spielen auch oft Kinder auf der Wiese und hier ist alles voll", so die 50-Jährige.

Ein asphaltierter Weg in Urmitz - daneben ist eine Wiese und in der Wiese stecken viele kleine weiße Schilder. (Foto: Stefanie Vogel)
Hundekot-Schilder kennzeichnen Hundehaufen in Urmitz. Stefanie Vogel

Hundekot-Schilder-Aktion kommt in Urmitz gut an

Für die Aktion habe die Urmitzerin viel Zuspruch bekommen. "Viele dachten, dass hinter der Aktion bestimmt keine Hundebesitzer stecken. Doch wir wollten ein Bewusstsein schaffen." Eine andere Hundebesitzerin erzählte im Gespräch mit dem SWR: "Ich habe selber Kinder und wenn die hier rumlaufen, dann muss ich immer Angst haben, dass sie in einen Haufen treten."

Mittlerweile wurden alle Schilder wieder entsorgt. "Es wurden tatsächlich auch Hundehaufen entfernt und die Schilder haben wir dann auch weggemacht", erzählt die Initiatorin. Die meisten Schilder seien aber wohl mutwillig entfernt worden. Trotzdem zieht die 50-jährige Hundebesitzerin ein positives Fazit.

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DASDING DASDING

Hundekot sorgt auch in Koblenz und Bendorf für Probleme

Auch in anderen Gemeinden im nördlichen Rheinland-Pfalz ist Hundekot ein großes Problem. Die Stadt Koblenz hatte nach eigenen Angaben beispielsweise extra ein Hundekot-Mobil eingesetzt. Wie ein Sprecher der Stadt erklärte, war das ein Motorroller mit Schläuchen, mit denen Hundehaufen aufgesaugt wurden. Der Motorroller sei aber momentan defekt und eine Reparatur zu aufwendig.

Ein Sprecher des Bauhofs in Weißenthurm berichtet, dass die Hundehalter den Kot zwar in Tüten packten, diese dann aber auf Grünflächen werfen würden. Wenn dort gemäht werde, würden die städtischen Gärtner mit dem Kot bespritzt. Auch in Bendorf am Rhein ist Hundekot nach Angaben der Stadt nach wie vor ein großes Problem. Es sei allerdings schwierig, die Hundehalter zu stellen, weil diese oft früh morgens oder spät abends unterwegs seien.

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