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Ist eine Person mit dem Coronavirus infiziert oder nicht? Das können Hunde mit einer großen Wahrscheinlichkeit erschnüffeln, wie Tests mit Diensthunden der Bundeswehr in Ulmen zeigen.

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"Die Hunde mussten etwa eine Woche trainiert werden, um zwischen Proben von Sars-CoV-2-infizierten Patienten und nicht infizierten Kontrollen zu unterscheiden", erklärte Verhaltensforscherin Esther Schalke von der Diensthundeschule in Ulmen.

Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, mit der die Bundeswehr bei dem Projekt zusammenarbeitet, teilte mit, die Methode könne künftig zum Beispiel in öffentlichen Bereichen wie Flughäfen, bei Sportveranstaltungen, an Grenzen oder anderen Massenveranstaltungen als Ergänzung zu Laboruntersuchungen eingesetzt werden, um eine weitere Verbreitung des Virus oder Ausbrüche zu verhindern.

Verteidigungsminsterin besucht Standort in Ulmen

Am Mittag hat die Bundesverteidigungsministerin, Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die Dienststelle in der Vulkaneifel besucht.

In einem Statement sagte sie, dass es von Seiten der Bundesregierung noch keine konkreten Überlegungen gebe, wo die Hunde eingesetzt werden könnten: "Viele Stellen forschen international an diesem Thema. Der erste Schritt war jetzt erfolgsversprechend. Jetzt muss man die nächsten Schritte gehen. Und erst dann können wir überlegen, wie es in den nächsten Monaten weitergeht," so Kramp-Karrenbauer.

Hohe Erfolgsquote bei mehr als 1.000 Proben

Ein Team verschiedener Hochschulen testete acht spezialisierte Spürhunde der einzigen Diensthundeschule der Bundeswehr in Ulmen im Kreis Cochem-Zell. Nach dem einwöchigen Training hätten die Hunde unter 1.012 Proben von Speichel oder Atemwegssekret 94 Prozent korrekt identifizieren können, wie das Team im Fachblatt "BMC Infectious Diseases" berichtet.

Die Proben waren demnach per Zufallsprinzip verteilt, und weder Hundeführer noch Forscher wussten, welche davon Corona-infiziert und welche Corona-frei waren. Die Hunde hätten 83 Prozent der positiven Proben und 96 Prozent der negativen Kontrollproben erkannt.

Forscher waren vom Trainingserfolg überrascht

"Die Geruchserkennung von Hunden ist weit besser, als sich die breite Öffentlichkeit vorstellen kann", betont Verhaltensforscherin Schalke. "Trotzdem waren wir erstaunt, wie schnell unsere Hunde trainiert werden konnten, um Proben von Sars-CoV-2-infizierten Personen zu erkennen."

Einzige Diensthundeschule der Bundeswehr

Auf dem Gelände der Diensthundeschule verteilen sich 51 Bunker mit schweren Stahlschiebetoren auf 68 Hektar Wald. Soldaten haben dort Szenarien zum Trainieren der Hunde nachgebaut, etwa Gleisanlagen, Lagerräume, Kanalsysteme, einen Markt- und einen Schrottplatz, Wohnungen und zerstörte Häuser. Es gibt auch eine Diensthundeklinik und eine eigene Aufzucht. Die Bundeswehr bildet hier unter anderem Sprengstoff- und Minenspürhunde aus.

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