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Im Kampf gegen die Pandemie sollen nun die Hausarztpraxen mithelfen: Dort beginnt das flächendeckende Impfen. Mit dabei ist eine Praxis in Unkel (Landkreis Neuwied) - mit zunächst 18 Impfdosen.

Hausärztin Claudia Ohly hätte sich mehr Impfstoff für ihre Praxis in Unkel im Landkreis Neuwied gewünscht. "Aber die Personen, die ich angerufen habe, dass sie geimpft werden, die haben sich riesig gefreut", sagt Ohly, "eine Patientin sagte sogar, dass das das Schönste sei, was sie seit langem gehört hat."

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Zu wenig Impfstoff

Erst am Donnerstagabend hatte sie erfahren, dass sie nach Ostern 18 Impfdosen bekommen wird. Eigentlich hatte sie 50 Stück bestellt. Die Entscheidung, welche ihrer Patientinnen und Patienten sie als erstes impfe, sei ihr deshalb auch nicht ganz leicht gefallen. "Ich versuche da sehr fair und transparent vorzugehen und suche mir auch die Kränksten raus", sagt Ohly.

Viele Patienten hätten auch Verständnis dafür, dass sie noch nicht an der Reihe sind, erklärt die Hausärztin. Trotzdem wünschten sich natürlich viele, dass sie schnell dran kommen. "Aber es hapert leider an zu wenig Impfstoff", so Ohly.

Impfen gegen Corona ist aufwendiger

Außerdem sei das Impfen gegen Corona auch aufwendiger als andere Impfungen. "Diesen Impfstoff kennen wir noch nicht und wir müssen ihn viel vorsichtiger behandeln. Er darf zum Beispiel nicht geschüttelt werden", erklärt die Hausärztin. Das größte Problem sei allerdings die Logistik. "Wenn wir vorher nicht wissen, wie viele Dosen wir bekommen, dann können wir auch die Patienten nicht vorher in die Praxis bestellen", sagt Ohly dem SWR.

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Bundesweit 940.000 Dosen für die erste Woche

Mit den Impfungen in den Hausarztpraxen beginnt nun die zweite Stufe der Impfkampagne in Deutschland. Bundesweit sollen 35.000 Hausärzte in dieser Woche impfen. Dafür stehen ihnen in ganz Deutschland 940.000 Impfdosen zur Verfügung.

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) hatte Ende März gesagt, dass die Arztpraxen im Land ab dem 5. April 18 bis 24 Dosen pro Woche bekommen sollen. Bätzing-Lichtenthäler sagte, das sei aber deutlich weniger Impfstoff, als man sich wünsche.

Hausärzteverband hofft auf mehr Dosen

Die Impfstoffmenge werde sich hoffentlich ab kommender Woche steigern, sagte die Landesvorsitzende des Hausärzteverbandes, Barbara Römer. Denn: "Das Impftempo steht und fällt mit den schlussendlich zugesicherten Lieferdosen", sagt Römer. Genaue Zahlen über impfende Hausärzte und Dosen konnten aber weder der Verband, noch das Gesundheitsministerium in Mainz, die Kassenärztliche Vereinigung oder der Apothekerverband nennen.

Der Sprecher des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums, Markus Kuhlen, erläuterte den Ablauf so: "Der Impfstoff geht vom Bund an den Großhandel und dann über die Apotheken an die Praxen, das Land ist in diesen Prozess nicht direkt involviert." Wie die Impfzentren sollten auch die Arztpraxen Daten melden, mit denen das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) das Impfgeschehen verfolgen kann.

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