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Schulen geschlossen, Geschäfte zu - aber nicht überall in Rheinland-Pfalz herrscht wegen der Corona-Krise Stillstand. Auf zahlreichen Baustellen im Land schreitet die Arbeit voran.

"Unsere Baustellen laufen aktuell überwiegend normal weiter. Neue Projekte werden ausgeschrieben und vergeben", sagt Arno Trauden, Geschäftsführer des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz in Koblenz. Ein genereller Baustopp, meint er, wäre in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten in vielen Branchen ein falsches Signal. Einzig auf persönlichen Kontakt werde verzichtet. "Projektbesprechungen finden derzeit als Telefonkonferenzen statt."

Auch mit einer Reihe interner Sofort-Maßnahmen hat der LBM auf die Folgen der Ausbreitung des Coronavirus reagiert. So arbeitet der Betriebsdienst der 70 Straßen- und Autobahnmeistereien im wöchentlichen Wechsel. Die Arbeitsgruppen wurden hälftig aufgeteilt: Eine Gruppe ist weiter im Dienst und sorgt für die Verkehrssicherheit auf der Strecke, die andere Gruppe ist in Arbeitsbereitschaft.

Wenig Verkehr kommt Bauarbeiten entgegen

Das neue Brückenbauteil hat seine Endposition erreicht.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Andreas Arnold/dpa)
Auch der Neubau der Schiersteiner Brücke kommt weiter voran. picture alliance/Andreas Arnold/dpa

"Das Wetter ist derzeit optimal für Bauarbeiten", meint Trauden. "Auch können wir gerade auf hochbelasteten Strecken einfacher bauen, da aktuell deutlich weniger Verkehr unterwegs ist." Gerade auf den Baustellen könne der erforderliche Abstand zwischen den arbeitenden Menschen gut eingehalten werden.

Ähnlich sieht es der ADAC Mittelrhein. Bis auf den Lastwagenverkehr sei es derzeit auf den Straßen in Rheinland-Pfalz recht ruhig, sagt Experte Herbert Fuss. "Der Vorteil: Baustellen können vorangetrieben werden." Fuss rechnet auch mit einem Rückgang von Unfällen.

Fortschritte bei Hochstraße Süd und Militärhospital in Weilerbach

Auch in Ludwigshafen schreiten die Vorbereitungen zum Teilabriss der maroden Hochstraße Süd fort. Die Entwicklung hänge aber von den weiteren Auswirkungen der Corona-Pandemie ab, hieß es. Schon im März sei es zu Einschränkungen im Ablauf gekommen - die Baustellenplanung sei so koordiniert worden, dass sie den Anforderungen an die Gesundheit und die Sicherheit der Arbeiter entspreche. Dazu gehören etwa ein größerer Abstand und strenge Hygienevorschriften. Eine weitere Prognose sei angesichts der Pandemie aber nicht zu treffen.

Dauer

Im pfälzischen Weilerbach entsteht derzeit das größte amerikanische Militärhospital außerhalb der Vereinigen Staaten. Zum Stand Ende März habe es keine terminlichen Auswirkungen auf das Projekt gegeben, das durch die Corona-Pandemie verursacht worden wäre, hieß es. Allerdings sei möglicherweise erst in ein bis zwei Monaten klar, inwieweit eventuelle Lieferengpässe oder erhöhte Krankenstände, die auf Corona zurückzuführen sind, das Projekt wesentlich terminlich beeinflussen. Das Hospital soll bis Ende 2024 fertig sein.

Arbeiten an Salierbrücke bei Speyer gehen voran

Salierbrücke Speyer (Foto: SWR)
Die rund 600 Meter lange Salierbrücke bei Speyer ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Rhein-Neckar-Region.

Ein weiteres Großprojekt in Rheinland-Pfalz sendet ebenfalls positive Signale in der Krise: die Sanierung der Salierbrücke bei Speyer. Die Pandemie habe bisher noch keine Auswirkungen gehabt, verlautete von den Organisatoren. Man hoffe, dass dies so bleibe - dann könnten die Arbeiten im März 2022 beendet werden. Zuletzt hatte eine günstige Witterung gar einen Fortschritt der Arbeiten an der Rheinquerung zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ermöglicht. In den vergangenen Jahren überquerten täglich etwa 28.000 Fahrzeuge auf ihr den Rhein.

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